65 angehende Petrijünger/innen erlernten oder vertieften ihre fischereilichen Fertigkeiten an der vom Urner Fischereiverein angebotenen Ausbildung zum Neu- oder Jungfischer.

Bei optimalen Wetterverhältnissen startete der Kurs um 0800h in der Fischzuchtanlage des Urner Fischereivereins in Silenen. Nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten, Markus Gisler, wurden die Kursteilnehmer/innen in Gruppen aufgeteilt. Nun war Postenarbeit zu verschiedenen Themen angesagt. Pro Posten stand jeder Gruppe ungefähr eine Stunde Zeit zur Verfügung, um sich von den Instruktoren in die verschiedenen Fachgebiete einführen zu lassen.
Die gebräuchlichsten Angel-Methoden und -Geräte, sowie die gebräuchlichsten Köder wurden beim Posten Material- und Gerätekunde vorgestellt. Die speziellen Fischerknoten, welche in der Theorie, aber auch in der Praxis ausgiebig demonstriert und geübt wurden, waren eines der  kniffligeren Themas dieses Postens. Beim Fischen sind nicht wenige gesetzliche Vorschriften zu beachten, diese wurden praxisnah anhand von Beispielen erläutert und besprochen. Weitere Themen dieses Postens waren das ausfüllen der Fischfangstatistik, die Anatomie der Fische, sowie die Vorsichtsmassnahmen und das Verhalten am Wasser. Wie sich die Nahrungskette zusammensetzt, wurde den Teilnehmenden sehr naturgetreu mit Hilfe des Elektrofanggeräts, des Planktonnetzes sowie einer umfangreichen Sammlung von präparierten Fischnährtieren aufgezeigt. Dass die verschiedenen Fischarten spezifische Lebensräume besiedeln, wurde an einem weiteren Posten erklärt. Die Ethik der Fischerei und der tierschutzgerechte Umgang mit der Kreatur Fisch wurde den angehenden Fischern mittels des Lehrfilms aus dem SaNa-Kursmaterial vermittelt. Beim fischen in einem der Aufzuchtgräben in der Anlage Silenen und dem Fangen „ihres“ Fisches mit der Angelrute konnten die Kursteilnehmer ihre frisch erworbenen Kenntnisse dann in die Praxis umsetzen. Einen tieferen Einblick in die Arbeit der Fischereiverwaltung und des Urner Fischereiverein zugunsten der Fischerei im Kanton Uri ermöglichte den Teilnehmenden ein Rundgang durch die Anlage Silenen. Zur Zeit befinden sich mehrere hunderttausend junge Forellen in den Aufzuchtbecken. Damit sie im Herbst die erforderliche Grösse haben, um in die Gewässer entlassen zu werden, brauchen diese tägliche Pflege und Fütterung.  Eine gute Beobachtung der Jungfische ist dabei sehr wichtig. Die Fischchen reagieren in diesem Alter sehr empfindlich auf Veränderungen.
Auch das leibliche Wohl der Teilnehmer war bei der Organisation des Kurses nicht vergessen worden. In der Pause konnten sich alle mit Suppe, Wurst und Brot verpflegen. Zum Dessert gab es etwas, was vor allem bei der jüngeren Generation reissenden Absatz fand, nämlich Gummibärchen und anderes "Schlutziziigs".

Ohne Sachkundenachweis - Kein Fischerpatent
Zum Abschluss des Kurstages war dann die Prüfung an der Reihe, denn seit Herbst 2008 kann ohne Sachkunde-Nachweis kein Fischerpatent mehr gelöst werden, welches länger als einen Tag gültig ist. Um den Sachkunde-Nachweis Fischerei zu erlangen, musste hier jeder Teilnehmer 20 von 25 Fragen richtig beantworten. Jene, die sich entschlossen hatten, die Prüfung für den Sachkunde-Nachweis auf Stufe Fischerbrevet zu machen, hatten gar 55 von 70 Fragen richtig zu beantworten. Der Praxistag, der auch zum Neu- und Jungfischerkurses gehört, kann dank dem Entgegenkommen des EWA am 26. Mai 2012 wieder auf dem Arni durchgeführt werden.


Nachfolgend ein paar Schnappschüsse, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und korrekte Chronologie.
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(Copyright Fotos: Kari Brunner)