Geschätzte Fischerkolleginnen und Fischerkollegen
Das Vereinsjahr 2012 war wiederum geprägt durch sehr viele Aktivitäten. Dank meinen Vorstandskollegen und vielen Helfern, welche mich tatkräftig unterstützt haben, dürfen wir mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken.

Veranstaltungen und Kurse
Jubiläums-Generalversammlung: Als Höhepunkt und zugleich Abschluss des Jubiläumsjahres „111 Jahre Urner Fischereiverein“ fand am 19. November 2011 in der Mehrzweckhalle Altdorf die 111. Generalversammlung statt. An dieser Generalversammlung nahmen viele Mitglieder sowie auch zahlreiche Gäste aus der ganzen Schweiz teil. Es wurde Rückschau gehalten über all die Aktivitäten, welche das ganze Jahr über durchgeführt wurden, mit dem Ziel eine breite Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Fisch, Fischen und Natur auszulösen. Im zweiten Teil des Abends gab es verschiedene Einlagen, Anekdoten der letzten 111 Jahre Vereinsgeschichte, eine Diashow über das Jubiläumsjahr, der Bildkalender 2012 wurde vorgestellt und eine grosse Tombola durchgeführt. Das  Maskottchen 2011, das von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Brändi anhand des Siegerbildes aus dem Malwettbewerb, gezeichnet von Nicole Aschwanden, Seelisberg, gebaut wurde, konnte an diesem Abend amerikanisch versteigert werden. Der Erlös von Fr. 1'500.00 wurde als Dank für das gelungene Jubiläum „111 Jahre Urner Fischereiverein“ dem Verein insieme uri gespendet. Der Vorstand freut sich, dass der Erlös des Maskottchens, erbaut von Menschen mit Behinderung wiederum Menschen mit Behinderung im Kanton Uri zu Gute kommt. Am Sonntag führten wir eine grosse Fischerbörse durch, daneben wurde eine Festwirtschaft betrieben und Hanspeter und Mona Güntensberger waren an beiden Tagen mit dem Ausstellwagen des SVF vor Ort. Der Erfolg dieser beiden Tage deckt sich mit dem Erfolg des ganzen Jubiläumsjahres.

SaNa-/Brevetkurse: Der UFV führte drei Kurse im Frühjahr durch, bei denen 65 Personen das Brevet oder den SaNa erworben. Als Instruktoren amteten Walti Fedier, Thomas Dossenbach und Kari Brunner.

Neu- und Jungfischerkurs: 65 angehende Petrijünger/innen erlernten oder vertieften ihre fischereilichen Fertigkeiten an der vom Urner Fischereiverein angebotenen Ausbildung zum Neu- oder Jungfischer. Bei optimalen Wetterverhältnissen startete der Kurs um 0800h in der Fischzuchtanlage des Urner Fischereivereins in Silenen. Nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten, Markus Gisler, wurden die Kursteilnehmer/innen in Gruppen aufgeteilt. Nun war Postenarbeit zu verschiedenen Themen angesagt. Pro Posten stand jeder Gruppe ungefähr eine Stunde Zeit zur Verfügung, um sich von den Instruktoren in die verschiedenen Fachgebiete  einführen zu lassen. Die gebräuchlichsten Angel-Methoden und -Geräte, sowie die gebräuchlichsten Köder wurden beim Posten Material- und Gerätekunde vorgestellt. Die speziellen Fischerknoten, welche in der Theorie, aber auch in der Praxis ausgiebig demonstriert und geübt wurden, waren eines der kniffligeren Themen dieses Postens. Beim Fischen sind nicht wenige gesetzliche Vorschriften zu beachten, diese wurden praxisnah anhand von Beispielen erläutert und besprochen. Weitere Themen dieses Postens waren das ausfüllen der Fischfangstatistik, die Anatomie der Fische, sowie die Vorsichtsmassnahmen und das Verhalten am Wasser. Wie sich die Nahrungskette zusammensetzt, wurde den Teilnehmenden sehr naturgetreu mit Hilfe des Elektrofanggeräts, des Planktonnetzes sowie einer umfangreichen Sammlung von präparierten Fischnährtieren aufgezeigt. Dass die verschiedenen Fischarten spezifische Lebensräume besiedeln, wurde an einem weiteren Posten erklärt. Die Ethik der Fischerei und der tierschutzgerechte Umgang mit der Kreatur Fisch wurde den angehenden Fischern mittels des Lehrfilms aus dem SaNa-Kursmaterial vermittelt. Beim fischen in einem der Aufzuchtgräben in der Anlage Silenen und dem Fangen „ihres“ Fisches mit der Angelrute konnten die Kursteilnehmer ihre frisch erworbenen Kenntnisse dann in die Praxis umsetzen. Einen tieferen Einblick in die Arbeit der Fischereiverwaltung und des Urner Fischereiverein zugunsten der Fischerei im Kanton Uri ermöglichte den Teilnehmenden ein Rundgang durch die Anlage Silenen. Zur Zeit befinden sich mehrere hunderttausend junge Forellen in den Aufzuchtbecken. Damit sie im Herbst die erforderliche Grösse haben, um in die Gewässer entlassen zu werden, brauchen diese tägliche Pflege und Fütterung. Eine gute Beobachtung der Jungfische ist dabei sehr wichtig. Die Fischchen reagieren in diesem Alter sehr empfindlich auf Veränderungen.
Auch das leibliche Wohl der Teilnehmer war bei der Organisation des Kurses nicht vergessen worden. In der Pause konnten sich alle mit Suppe, Wurst und Brot verpflegen. Zum Dessert gab es etwas, was vor allem bei der jüngeren Generation reissenden Absatz fand, nämlich Gummibärchen und anderes "Schlutziziigs".

Ohne Sachkundenachweis - Kein Fischerpatent
Zum Abschluss des Kurstages war dann die Prüfung an der Reihe, denn seit Herbst 2008 kann ohne Sachkunde-Nachweis kein Fischerpatent mehr gelöst werden, welches länger als einen Tag gültig ist. Um den Sachkunde-Nachweis Fischerei zu erlangen, musste hier jeder Teilnehmer 20 von 25 Fragen richtig beantworten. Jene, die sich entschlossen hatten, die Prüfung für den Sachkunde-Nachweis auf Stufe Fischerbrevet zu machen, hatten gar 55 von 70 Fragen richtig zu beantworten.

Neu- und Jungfischerkurs – Praxistag auf dem Arni: Rund 60 Jung- und Neufischer nahmen die Gelegenheit war, ihre fischereilichen Kenntnisse, welche sie am Theorietag in Silenen erworben hatten, am Wasser zu erproben.
Dank dem Entgegenkommen des EWA konnte der Urner Fischereiverein in Zusammenarbeit mit der Fischereiverwaltung den Praxistag des Jung- und Neufischerkurses 2012 wiederum am Arnisee durchführen. Der Arnisee ist im Privatbesitz des EWA und somit für die öffentliche Fischerei nicht zugänglich.
Am Kurstag herrschte strahlendes Wetter. Ideale Bedingungen für alle Aktivitäten im Freien. Die Kursteilnehmer wurden in 6 Gruppen aufgeteilt und von je zwei Instruktoren betreut. Innert nützlicher Frist konnten so die Perücken, Schnurbrüche und sonstigen kleine Pannen behoben werden, und die Zeit wirklich fürs Fischen genutzt werden. Wie nicht anders zu erwarten, wurden bis zum Mittag nur wenige und eher kleine Fische gefangen, die Geduld der Petrijünger wurde auf eine harte Probe gestellt. Um die Mittagszeit häuften sich die Fangmeldungen, und es wurden auch eher grössere Forellen gefangen. Die grösste gefangene Forelle mass um die 43 cm. Für das leibliche Wohl wurde vom bewährten Verpflegungsteam gesorgt, die gefangenen Fische wurden direkt vor Ort filetiert und zu Fischchnusperli verarbeitet. Diese Art der Verwertung fand denn auch regen Zuspruch bei den Kursteilnehmern.   

Fliegenfischerkus 2012: Am 23. und 24. Juni 2012 stand der UFV - Fliegenfischerkurs auf dem Programm. Dieses mal im Gegensatz zum letztjährigen Kurs bei schönstem Wetter. Unter fachkundiger Leitung der Kursinstruktoren Elmar Reinhardt, Markus Walker und Marino Betschart wurde in den beiden Gruppen (Anfänger und Fortgeschrittene) am ersten Tag Theorie und Praxis geübt. Am Abend, bei einem feinen Grillplausch, hatte auch das Fischerlatein seinen Platz. Am Sonntag ging es dann im Gwüest darum, das am Vortag Gelernte am Wasser in die Praxis umzusetzen. Den Instruktoren einen ganz herzlichen Dank.

Aktivitäten der Jungfischergruppe:
Im vergangenen Jahr wurden diverse Anlässe für die Jungfischergruppe durch den verantwortlichen Leiter, Walti Fedier, organisiert. Dabei standen ihm diverse Personen zur Seite, unter anderen Hugo Loth und Beat Arnold. Herzlichen Dank.
Der 1. Anlass war am 28. April 2012, ein Felchenfischen auf dem Obersee Zürich. Die Jungfischergruppe wurde durch den Jugendobmann Zürich eingeladen, als Gegenleistung für das Trüschenfischen auf dem Bagger. Vom UFV nahmen 8 Jugendliche und 4 Begleiter daran teil. Es war ein wunderschöner Tag, leider blies der Föhn auch auf dem Obersee sehr stark.  Wir waren auf einem Ledischiff (Nauen). Der Föhn machte es dem Schiffsführer nicht leicht, das Schiff ruhig zu halten. Es wurden vereinzelt Felchen gefangen. Nach der Rückkehr wurde allen eine Grillwurst und Getränk offeriert. Herzlichen Dank für diese Möglichkeit an Marcel Gartmann, Jugendobmann FKZ. Am 15. Juni stand fischen im Urnersee in Seedorf auf dem Programm, am 15. Juli war fischen im Bergsee, dem Lutersee, angesagt. Trotz kalten Verhältnissen wurde gut gefangen. Am 12. August wurde ein Bachfischen im Urner Oberland und am 2. September ein Fischen im Göscheneralpstausee durchgeführt. Am 3. Oktober wurden mit den Jugendlichen Trüschensysteme „Modell Walti Fedier“ hergestellt.

4. Vereinstrüschenfischen: Bei herrlichem Wetter fanden sich am Sonntag, 14. Oktober rund 40 Personen ein, um auf dem Bagger nach Trüschen zu fischen. Diesmal stimmte alles, nämlich gutes Wetter und viel Fangerfolg.

1. Räucherkurs: Am Freitag, 19. Oktober wurde durch den UFV der erste Räucherkurs organisiert. Rita und Roger Fässler führten die Kursteilnehmer in die Kunst des Fischräucherns ein. Angefangen bei der richtigen Vorbereitung, über die Technik, der idealen Garzeit bis zum fertig geräuchten Fisch wurden alle Schritte ausführlich erklärt. Nach ca. einer Stunde waren die Fische fertig und konnten serviert werden. Was der Duft versprach, hielten die Fische auf den Tellern dann locker.

Diverse Veranstaltungen: Ein Bachfischerhock und ein Seefischerhock wurden durchgeführt.. Die Hinweise und Kommentare zur Leitbild-Umfrage wurden mit den betreffenden Personen besprochen. Mit der IG Pro Fisch Uri wurden Gespräche über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit geführt. Unter der Leitung der Verwaltung, mit Hilfe von Vereinsmitgliedern und der IG pro Fisch Uri, wurde an der Stillen Reuss und im Walenbrunnen eine Bachputzete durchgeführt.


Bewirtschaftung: Wie gewohnt wurde auch dieses Jahr in den beiden Aufzuchtanlagen Flüelen und Silenen sehr gute Arbeit geleistet. Dank der Mithilfe der beiden Pensionierten, Hansruedi Zieri und Joe Senn, konnte Werni Tresch, trotz Personalausfall im Frühjahr, die anstehenden Arbeiten erledigen, . Mit Stefan Baumann konnte ab Mai 2012 glücklicherweise der Stellvertreter für Werni Tresch gefunden werden. Im Sommer erfolgte der Fischbesatz in den Bergseen. Am 07. Oktober verteilten rund 40 Helferinnen und Helfer die Jungfische in der Reuss und im Schächen. Während rund drei Wochen vorher wurden mit Hilfe von Helfern die übrigen Bäche und Flüsse besetzt.

Administration / Vorstand:
Abschied: In diesem Vereinsjahr mussten wir von Heinz Merenda, Schattdorf Abschied nehmen. Er verstarb am 17. Mai 2012 bei der Ausübung seines geliebten Hobbys „Fischen“ im Urner Oberland. Behalten wir Heinz in einem ehrenden Andenken.

Anlässe / Teilnahmen: Der Vorstand nahm an den Generalversammlungen der Seefischer Nidwalden, dem Fischereiverband Obwalden, Fischereiverein Einsiedeln, Fischereiverband Luzern, Schwyzer Kantonalverband teil. Daneben fanden vom SFV die Präsidentenkonferenz in Bern sowie die DV in Bergün statt.
An acht ordentlichen Vorstandssitzungen, sowie mehreren bilateralen Sitzungen, wurden die laufenden Geschäfte behandelt und erledigt. Herzlichen Dank an meine Vorstandskollegen.

Einsprache Seeschüttung II: Durch den Vorstand wurde Einsprache gegen das Auflageprojekt der Seeschüttung II gemacht. Wir konnten mit unseren Argumenten viele unserer Anliegen bei der Einigungsverhandlung einbringen und somit als Folge unsere Einsprache zurückziehen

Dank:
Zum Schluss bleibt mir die schöne und dankbare Aufgabe zu danken. Ganz speziell danken möchte ich meinen Vorstandskollegen für die sehr gute und angenehme Zusammenarbeit während des letzten Jahres. Die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton, speziell mit Herrn Alt-Regierungsrat Stefan Fryberg bis Mai 2012, anschliessend mit Frau Regierungsrat Barbara Bär. Dem scheidenden Fischereiverwalter Benno Bühlmann danken wir für sein Engagement für die Fischerei im Kanton Uri während den letzten Jahren. Besten Dank an Werni Tresch als Fischereiinspektor und Stefan Baumann als sein Stellvertreter für die sehr gute Arbeit während des ganzen Jahres. Einen herzlichen Dank an die beiden Pensionierten, Hansruedi Zieri und Joe Senn, für ihren Einsatz zu Gunsten der Sache. Danke allen Ungenannten, die während dem Jahr die Kleinarbeit in den Anlagen, an den Gewässern, bei der Aufzucht und der Bewirtschaftung leisteten. Allen Instruktoren für die Durchführung der Kurse gehört ebenfalls ein kräftiges Dankeschön.
Wir brauchen aber auch die Mitglieder, denen es nicht möglich ist, praktisch für die Fischerei tätig zu sein, die aber treu jedes Jahr ihren Mitgliederbeitrag einzahlen. Besten Dank auch dafür.
Ich wünsche dem Urner Fischereiverein weiterhin alles Gute und Euch liebe Fischerinnen und Fischer für 2013 „Petri Heil“.


Attinghausen, 22. Oktober 2012

Präsident
Markus Gisler

An der GV 2012 werden wir das letztjährige Protokoll nicht verlesen, es kann über unsere Homepage www.ufv.ch heruntergeladen werden