Jubiläums-GV 2011

Urner Fischer fischten nicht im Trüben

Die Jubiläums GV „111 Jahre Urner Fischereiverein“ zeigte auf, dass die Urner Fischer nicht im Trüben fischten. Zahlreiche Aktionen begleiteten das Jubiläumsjahr 2011 „111 Jahre Urner Fischereiverein“.

Da der Vorstand mit einem grossen Aufmarsch für die Jubiläums GV gerechnet hatte, wurde sie für dieses Jahr im Winkel abgehalten, was sich als richtig erwies. Nicht nur viele Mitglieder waren anwesend, sondern auch zahlreiche Gäste aus der ganzen Schweiz. Das Fischessen nach der Versammlung lockte. Zunächst galt es aber, das Jubiläumsjahr gebührend abzuschliessen. Der Präsident Markus Gisler tat dies in gewohnt professioneller Art. Auch die Kasse schloss erfreulich mit einem Plus von 2251 Franken ab, obwohl das Jubiläumsjahr zu Ende ging, in welchem viele Tätigkeiten stattgefunden hatten. Der Kassier Andi Gisler budgetierte aber für nächstes Jahr ein kleineres Minus. Da der Jahresbericht schon vorher eingesehen werden konnte, beinhaltete die Versammlung vorwiegend die Rückschau auf das Jubiläumsjahr und die Ehrungen, sowie ein paar interessante Ausblicke.

Als Nichtfischer staune ich über die Fischer
Besser als der oberste Fischer Regierungsrat Stefan Fryberg, wie er jeweils liebevoll von Präsident Markus Gisler genannt wird, hätte man das Engagement des Fischereivereins wohl nicht erwähnen können. In seinen Grussworten wunderte sich der Regierungsrat über die Geduld der Fischer und staunte dann gleichzeitig über die vielen Aktivitäten im Vereinsjahr. Tatsächlich musste auch Markus Gisler zugeben, dass ohne die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen diese nicht möglich gewesen wären. Das Besondere war, dass der Fischereiverein das ganze Jahr immer wieder von sich reden machte, so beim Neujahrsapero des 111er Klubs, den drei Märlichischtä, der Schaufensterdekoration, dem Kinderfestival, dem Malwettbewerb, dem Tag der offenen Türe in Silenen, dem 1. August Stand in Altdorf, dem Filmabend, dem Jungfischerkurs und der Gestaltung des Bildkalenders aus Zeichnungen des Malwettbewerbes, der von Nicole Aschwanden gewonnen wurde. Genau diese besondere Öffentlichkeitsarbeit sei das Ziel des Jubiläumsjahres gewesen, meinte Markus Gisler. Die Rückmeldungen waren gemäss Vorstand mehr als gut, was ihn bewog, auch im nächsten Jahr in diesem Bereich aktiv zu bleiben. Es stehen aber auch Gespräche über Kleinkraftwerke, Seeschüttung und Basisarbeit bevor. Man möchte den guten Ruf weitertragen in die Öffentlichkeit.

Hugo Loth wurde Ehrenmitglied
Wie gewohnt, bot die GV Gelegenheit, den stillen Helfern zu danken und die grossen Schaffer zu ehren. Unter ihnen war das Team, welches das neue Leitbild erarbeit hatte, dessen Vorschlag von der Versammlung einstimmig gutgeheissen wurde. Der Ehrenpräsident Ruedi Hauser wurde für 25 Jahre Reussdelta Kommission geehrt. Der Dank ging auch an die beiden pensionierten Personen die für den UFV sehr grosse und nachhaltige Arbeit geleistet haben. Es sind dies Joe Senn, Anlagewart in unserer Fischzucht-Anlage in Silenen und Hansruedi Zieri, Fischereiinspektor. Hansruedi Zieri war mit Leib und Seele während 31 Jahren als Fischereiinspektor für den Kanton Uri zuständig. Er ist massgeblich für den grossen Erfolg (Bachforellen und Seeforellen) im Kanton Uri verantwortlich. Dass auch der selbst ernannte Nichtfischer Regierungsrat Stefan Fryberg geehrt wurde, hing eher mit seinen jeweiligen unverwechselbaren witzigen Grussworten zusammen und dem guten Einvernehmen mit dem Amt. Die grösste Ehre wurde Hugo Loth zuteil, der unter grossem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Seine Leistungen für den Urner Fischereiverein, speziell im Bereich der Jugendarbeit, waren unbestritten und hatten diese Ehre mehr als verdient.

Fukushima wirkt sich aus
Wie sehr der Atomunfall in Japan Wirkung zeigt, bewies Benno Bühlmann in seinem kurzen Referat über das Konzept erneuerbarer Energien Uri (SNEE). Er zeigte den Anwesenden auf, wie der Kanton Uri den Neuerungen begegnen wolle, indem Schutz und Nutzen erneuerbarer Energie abgewogen und geplant werden könnten. Das Papier soll sogar über die Urner Grenzen hinaus Vorzeigecharakter haben, wie er sagte. Der Fischereiverein möchte ein Wort mitreden und hat auch eine Art Kompetenzzentrum für Fischereifragen im Visier. Man wolle auch weiterhin gute Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Kurse anbieten und für gute Rahmenbedingungen bei Projekten sorgen, so bei den wieder ins Gerede gekommenen Restwassermengen. Im Frühjahr wird ein Buch über alle 25 Urner Bergseen und deren Fischbestände erscheinen, welches zwei Maturanden als Maturaarbeit verfasst haben.
Die Versammlung endete mit dem überaus witzigen Schlusswort des Regierungsrates Stefan Fryberg. Als selbsternannter Nichtfischer wünschte er dem Verein Petri Heil und meinte, dass er auch in Zukunft nach der regierungsrätlichen Zeit wohl eher Fischstäbchen esse, anstatt Fischer zu werden. Die GV endete mit dem Apero und dem üblichen Fischessen.

Gemütlicher Teil
Im zweiten Teil des Abends gab es nebst einem reichhaltigen Fischessen und Dessert verschiedene Einlagen: Rückschau (Anektoden) auf die letzten 111 Vereinsjahre, es gab eine grosse Diashow über das ganze Jubiläumsjahr 2011, es wurde der Bildkalender 2012 vorgestellt (für Fr. 30.00 inklusive Porto und Verpackung unter www.ufv.ur erhältlich), es gab eine grosse Tombola mit 200 sehr schönen Preisen. Es gab eine musikalische Umrahmung durch unseren Jungfischer André Gisler und das Trio Nauer/Traxel/Gwerder. Zuletzt wurde noch das erbaute Maskottchen 2011 amerikanisch versteigert. Am Sonntag, 20. November 2011 führten wir noch eine grosse Fischerbörse durch, zudem wurde eine Festwirtschaft betrieben und Hanspeter und Mona  Güntensberger waren mit dem Ausstellwagen des SFV vor Ort. Der Erfolg dieser  beiden Tage deckt sich mit dem Erfolg des ganzen Jubiläumsjahres.


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(Copyright Fotos: Sonja Horat/Robi Kuster/Kari Brunner)