Geschätzte Fischerkolleginnen und Fischerkollegen

Wir leben in einer Umbruchzeit. Einer Vielzahl von Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und in der Politik stehen wir gegenüber. Oftmals sind alte Lösungen, Regelungen oder Institutionen veraltet und führen nicht mehr weiter. Neue haben sich noch nicht etabliert oder sind noch nicht gefunden. Doch Umbrüche eröffnen neue Chancen, sind aber nicht immer leicht zu verstehen. Sie lösen Verunsicherungen aus und verlangen von uns allen neue Denk- und Handlungsansätze ab. Doch diesen Herausforderungen wollen und müssen wir uns stellen. Der Aufschwung – eine Binsenwahrheit – beginnt im Kopf. Sich den eigenen Stärken bewusst sein, zu ihnen entsprechend Sorge zu tragen ist eine wichtige Voraussetzung um neue Ziele anzupacken. Was zählt sind Zuversicht und eine positive Grundhaltung. Mit der Umsetzung des Sachkundenachweises (Fischerprüfung) auf den 1. Januar 09 ist auch der UFV vor neuen Herausforderungen gestellt. Erste Instruktoren sind vom SFV ausgebildet und können somit am 4. April 09 den bewährten Neu- und Jungfischerkurs im Kanton Uri mit der Fischerprüfung durchführen. Bezügerinnen und Bezüger eines Jahrespatents in den Jahren 2004 bis 2008 müssen im Sinne einer Übergangslösung keinen speziellen Nachweis erbringen. Sie können einen Ausweis mit dem Vermerk „Übergangslösung“ gegen eine Gebühr von Fr. 15.00 beim Netzwerk Anglerausbildung in Wangen bestellen.

Initiative „lebendiges Wasser“: 2006 konnte diese Initiative mit 161'836 Unterschriften eingereicht werden. Der Bundesrat hat es in seiner Botschaft dazu fertig gebracht, eine durchaus zutreffende Analyse über den betrüblichen Zustand unserer Gewässer zu formulieren, daraus aber keinerlei Konsequenzen zu ziehen. Damit verweigert er sich ganz klar dem Einsatz für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. In Anerkennung dieser unhaltbaren Situation hat nun die UREK-Kommission des Ständerates erfreulicherweise einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet. Es ist ein positiver Ansatz aber leider weist auch dieser noch gravierende Mängel auf. So sollen vor allem die Restwasserregelung aufgeweicht werden. Nun ist die Nationalrätliche UREK-Kommission am Zug. Die Frist zur Behandlung unserer Initiative wurde um ein Jahr auf 3. Januar 2010 verlängert. Mit der Gesamtenergiestrategie Uri nimmt auch der Regierungsrat zur Wasserkraftnutzung im Kanton Uri Stellung. Sein erklärtes Ziel besteht darin die Wasserkraftnutzung gegenüber 2006 bis ins Jahr 2020 um 10 % zu steigern. Grundsätzlich ist die Zielrichtung des Regierungsrates zu begrüssen. Es macht auch Sinn dass eine Ertragssteigerung von 25 % angestrebt wird, belaufen sich doch die jährlichen Einnahmen der öffentlichen Hand im Kanton Uri aus der Wasserkraftnutzung auf über 24 Mio. CHF. Aus dem Bericht geht hervor dass er die Ertragssteigerung hauptsächlich aus den Wasserzinsen und den Bezugsrechten erreichen will. Mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung, welche Landauf und Landab ein Thema ist, gibt er sich aber zurückhaltend. Es ist die Rede davon, den Staudamm in der Göscheneralp zu erhöhen, die Meienreuss einer besseren Nutzung zuzuführen und den Alpbach in Erstfeld zu nutzen. Dies sind Gewässernutzungen welche unter Einhaltung des Gewässerschutzgesetzes in vernünftigem Masse umgesetzt werden können und dabei die Ökologie trotzdem gewahrt werden kann. Leider vermisse ich aber klare Aussagen von andern Wasserkraftwerken welche offenbar in der Pipeline sind. Unter dem Aspekt Natur- und Landschaftsschutz muss nun der Regierungsrat aber ein klares Lippenbekenntnis kundtun. 1986 hat der Regierungsrat ein Reglement über den Schutz der Region Maderanertal und Fellital verabschiedet welches vorsieht, die möglichst unveränderte Erhaltung der hochalpinen Täler Maderanertal und Fellital zu sichern. Dazu gehört, das die Bäche wie der Etzlibach und Fellibach in ihrem Naturzustand zu belassen sind. Dasselbe sollte auch für den Stierenbach welcher von der Alp Surenen nach Engelberg fliesst gelten. Es kann nicht angehen dass Fehler wie sie zum Teil in der Meliorationszeit vor ca. 60 Jahren gemacht wurden, heute in der überhitzten Situation der Kleinwasserkraftwerke wieder passieren. So werden doch heute eingedolte Bäche wieder unter grossem finanziellem Aufwand der Natur mit Revitalisierungen zurückgegeben. Ich denke wir sind dies nur schon unseren Nachkommen schuldig, dass nicht jeder Tropfen Wasser in Elektrizität umgesetzt wird und somit das Naturerlebniss späteren Generationen zugänglich gemacht wird. Gerade auch im Hinblick auf die vielgepriesene Förderung des Tourismuses muss es der Gedanken Wert sein.

Anlässe: Dieses Jahr haben wir den Fliegenbindekurs, Fliegenfischerkurs und den Neu- und Jungfischerkurs durchgeführt. Im Fliegenfischerkurs haben 29 TeilnehmerInnen ihre Wurftechnik optimiert und auch das obligate Fischerlatein kam nicht zu kurz. Als Instruktoren haben wir wieder Werni Glanzmann, Peter Fischer und Urs Müller gewinnen können. Sie wurden unterstützt durch Koni Bissig. Ihnen gebührt ein herzliches Dankeschön. Die alljährlich hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass das Interesse am Fliegenfischen ungebrochen ist. Auch der Fliegenbindekurs etabliert sich im jährlichen Programm. Übrgens findet der nächste Fliegenbindekurs am 21. November und am 12. Dezember 08 statt. Anmelden kann man sich an der GV oder beim Präsidenten. Am Neu- und Jungfischerkurs haben dieses Jahr sage und schreibe 56 Personen teilgenommen. Wir waren in der vereinseigenen Anlage in Silenen, die sich für diesen Anlass ausgezeichnet eignet. Jeder Teilnehmer hatte wiederum die Gelegenheit einen Fisch zu fangen. Somit konnte man die waidgerechte Fischerei in der Praxis sehr gut erläutern. Die Teilnehmer des Kurses konnten schweizweit als erste den offiziellen Sachkundenachweis erwerben indem sie die Prüfung absolvierten. Die Form des Neu- und Jungfischerkurses fand wiederum ein sehr gutes Echo. Mit den interessierten Neu- und Jungfischern waren wir am Praxistag am 14. Juni wiederum am Arnisee. Dadurch dass wir unter uns waren, konnten wir den Tag übersichtlich gestalten. Anfänglich hat uns der Nebel eingehüllt, aber dies tat der Stimmung und dem Fangerfolg keine Einbusse und die Teilnehmer hatten auch regen Spass. Die gefangenen Fische wurden auf dem Arni filetiert, frittiert und von den Teilnehmern verwertet. An dieser Stelle danke ich dem EWA wiederum für die Benutzung des Arnisees und die offerierte Gratisbahnfahrt der Teilnehmer. Dies Werten wir als eine grosszügige Geste zu Gunsten der Jugend. Die neu entstandene Jungfischergruppe hat unter Fedier Walti das erste Jahr hinter sich. Erstmals haben wir in diesem Frühjahr ein Bachfischerhock organisiert, welcher zu regen angeregten Gesprächen genutzt wurde. Die erfreuliche Teilnehmerzahl hat uns dazu bewogen dieser im nächsten Jahr wiederum in das Programm aufzunehmen.

Dank: Dies ist mein letzter Jahresbericht als Präsident des Urner Fischereivereins. Nach acht Jahren blicke ich auf eine Interessante schöne Zeit zurück, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Die vielen Kontakte mit befreundeten Fischern, das sehr gute Verhältnis im Vorstand und die weitsichtige Handlungsweise der Fischereiverwaltung habe ich immer sehr zu schätzen gewusst. Die Zusammenarbeit beruhte immer auf Annerkennung und Vertrauen. Wir dürfen Stolz sein auf die Fischerei in unserem herrlichen Kanton, welcher noch einen beachtlichen Bestand an Salmoniden aufweisst. Dass diese Gewässer in intaktem Zustand sind ist nicht zuletzt unserem Fischereijnspektor Hansruedi Zieri und seinem Vorgesetzten Benno Bühlmann zu verdanken. Sie setzen sich täglich mit Beharrlichkeit für die Habitate der Fische und einer intakten Natur ein. In Anbetracht dass in der Schweiz jährlich ca. 26 Mio. m2 an Boden verbaut wird, eine nicht zu unterschätzende Arbeit. Anlagewart Jo Senn und seiner Frau Vreni danke ich für die stete sorgfältige Pflege unserer Anstalt in Silenen. Herzlichen Dank aber auch allen ungenannten Helfern und Fronarbeitern, welche die tägliche Kleinarbeit an Gewässern, in den Anlagen und bei der Bewirtschaftung leisten. Nicht zuletzt möchte ich auch den Instruktoren der Kurse danken. Wir brauchen aber auch die Mitglieder, denen es nicht möglich ist, praktisch für die Fischerei tätig zu sein, die aber treu jedes Jahr ihren Mitgliederbeitrag einzahlen.

An dieser GV werden wir das Protokoll von der letzten GV wiederum nicht mehr vorlesen, es kann aber über unsere Homepage heruntergeladen werden oder über mich telefonisch bestellt werden 041/ 885 01 31. Wir danken für euer Verständnis.

Gurtnellen 21. Oktober 2008                                                                                 Präsident Roger Schillig