Liebe Fischerkolleginnen und Fischerkollegen

161'836 beglaubigte Unterschriften ist das Resultat der Initiative „lebendiges Wasser“ welche vom Schweizerischen Fischereiverband lanciert wurde. An diesem sehr guten Resultat können die verantwortlichen Personen aus Kraftwerk und Politik nicht einfach vorbeisehen. Wir verlangen in dieser Initiative nicht etwas Unmögliches, sondern wir geben nur Nachdruck was das Volk mit dem Gewässerschutzgesetz im Jahr 1992 deutlich angenommen hat. Wasser gehört auch in den Fluss nicht nur in die Turbinen. Allein die Fischer haben gut 120'000 Unterschriften zusammengetragen. Mit anderen Worten ausgedrückt die Schweizer Fischer sind initiativfähig und das ist auf politischer Ebene sehr wichtig. Unterschriftensammeln ist eine Knochenarbeit, das haben wir in dieser Zeit selber erlebt, es hat am Anfang geharzt, alle dachten wahrscheinlich die anderen erledigen das schon, so brauchte es dafür ein mehrmaliges Nachhacken. Es liegt mir sehr am Herzen allen zu danken welche Unterschriften gesammelt haben und uns dabei unterstützt haben. Zum Vernehmlassungsverfahren der Tierschutzverordnung welche in diesem Herbst gelaufen ist, haben wir Fischer in keiner Art und Weise Freude gehabt. Die Tierschutzverordnung sieht vor, dass zum Verzehr gefangene Fische sowie Fische die stark bluten oder anderswie gravierend verletzt sind, unverzüglich zu töten sind. Mit dieser praxisfremden Regelung könnten alle Fangmindestmasse und Schonvorschriften umgangen werden und dem Missbrauch würde Tür und Tor geöffnet. In seiner Stellungnahme verlangt der SFV u.a.: sämtliche die Angelfischerei betreffenden Aspekte seien aus der TSchV zu streichen. Allfällige Regelungen der Fanggeräte gehören in die Fischereigesetzgebung von Bund und Kanton und seien dort zu regeln. Die TSchV sieht nämlich ein totales Widerhackenverbot vor. Auch der Transport lebendiger Fische würde verboten. Es macht einem schon Angst wenn man sieht wie weit die Tierschützer Gehör finden, es kommt noch soweit, dass ein Tier in der Rangordnung über den Menschen gestellt wird. Ich bin froh, dass der SFV eine sehr klare Vernehmlassung abgegeben hat, welche diese unakzeptable TSchV zurück an den Absender schickt und die Kantonale Fischereiverwaltung mit ihrer Vernehmlassung in die gleiche Richtung zielt. Überdies hat der Bundesrat im Hinblick auf den Tierschutz am 30.8.2006 beschlossen, dass ab 1. Januar 2009 Anglerinnen und Angler ausreichende Sachkenntnisse nachweisen müssen, um eine Fangberechtigung zu erwerben. Die vom Bundesrat genehmigten Änderungen der Verordnung zum Fischereigesetz sehen die Einführung von Kursen vor, welche die Artenkenntnis und die tierschutzgerechte Behandlung des Fangs verbessern sollen. Zum heutigen Zeitpunkt sind wir in Form vom Neu- und Jungfischerkurs schon auf dieser Schiene welcher in einigen Punkten noch optimiert werden muss. Eine vorbereitende Arbeitsgruppe beim BAFU hat die notwendige Vollzugshilfe bereits abgeschlossen, bei welcher zwei Eckpunkte festgehalten sind: 1. Wer ein Saison- oder Jahrespatent erwerben will, muss ab 1.1.2009 einen Ausbildungsnachweis vorlegen können. Dies gilt aber nicht für Patente mit einer Gültigkeitsdauer bis 1 Monat, also keine Nachweispflicht für Tages-, Wochen- oder Ferienpatente. 2. Wer in den letzten Jahren bereits eine Saison- oder Jahreskarte bezogen hat, kann dieselben auch weiterhin ohne Ausbildungsnachweis erwerben.

Bewirtschaftung: In den Aufzuchtanlagen wurde auch dieses Jahr wieder maximale Arbeit geleistet, wovon sich die zahlreichen Helfer am Hauptbesatztag am 7. Oktober selber überzeugen konnten. Überdies möchte ich mich bei diesen Helfern recht herzlich bedanken und wenn andere auch mitmachen wollen, kann man sich bei mir melden. Erstmals wurde der Bergseebesatz Anfang Juli vorgenommen damit die Fischer über den Sommer schon profitieren konnten. Im übrigen verweise ich auf die Besatzstatistik welche an der GV aufliegt. Fischereiinspektor Hansruedi Zieri hat junge Aeschen in die Gewässer im Talboden eingesetzt und so deren Aufbau vorangebracht. Die Renaturierung am Walenbrunnen geht planmässig voran und hat schon schöne Formen angenommen. Leider hat der Schächen auch dieses Jahr wieder unter einem Hochwasser gelitten und der Fischbestand musste wieder mit einem Kompensationsbesatz hochgefahren werden. In der Fischzuchtanlage im Rynächt wurde unter tatkräftiger Mitarbeit des UFV die Ufer neu erstellt und in der vereinseigenen Anlage in Silenen ist die Netzanlage über den Aussengräben wintersicher gestaltet worden, insgesamt wurde dabei ca. 750 Frondienststunden investiert. Dafür möchte ich allen Mitwirkenden herzlichst danken.

Anlässe: Dieses Jahr haben wir den Fliegenfischerkurs und den Neu- und Jungfischerkurs durchgeführt. Im Fliegenfischerkurs haben 29 TeilnehmerInnen ihre Wurftechnik optimiert und auch das obligate Fischerlatein kam nicht zu kurz. Als Instruktoren haben wir Werni Glanzmann, Peter Fischer und Urs Müller gewinnen können. Ihnen gebührt ein herzliches Dankeschön. Die alljährlich hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass das Interesse am Fliegenfischen ungebrochen ist, daher ist es für mich richtig, dass im Gwüescht in der Göscheneralp ein eigenes Gewässer für die Fliegenfischerei bestimmt wurde. Der Fliegenbindekurs mussten wir Mangels Teilnehmer absagen. Am Neu- und Jungfischerkurs haben dieses Jahr 42 Personen teilgenommen. Wir waren wiederum in der vereinseigenen Anlage in Silenen, welche sich für diesen Anlass ausgezeichnet eignet. Jeder Teilnehmer hatte wiederum die Gelegenheit einen Fisch zu fangen. Somit konnte man die waidgerechte Fischerei in der Praxis sehr gut erläutern. Die Form des Neu- und Jungfischerkurses fand wiederum ein sehr gutes Echo. Am 3. Juni waren wir mit den interessierten Neu- und Jungfischern an einem Praxistag am Golzernsee. Dieser Tag in Golzern ist jeweils schwierig übersichtlich durchzuführen, da es noch andere Fischer hat. Dies hat uns dazu bewogen EWA-Direktor Reto Brunett anzufragen, ob er im Sinne der Jungfischer bereit wäre, uns jeweils Anfang Juni im Arnisee einen Tag Fischen zu lassen. Reto Brunett erklärte sich sogar soweit bereit, dass das EWA noch die Bahnfahrt aufs Arni übernimmt. An dieser Stelle danke ich dem Vorsitzenden und dem EWA recht herzlich für die grosszügige Geste zu Gunsten der Jugend. Dies ist ein gutes Beispiel dass man trotz unterschiedlichen Interessen respektvoll miteinander sprechen kann und so soll es doch auch sein. Im weitern habe ich an diversen GV’s der befreundeten Verbände in der Innerschweiz teilgenommen.

Fischereikommission: In der Fischereikommission hat es nach der Pensionierung von Ruedi Baumann eine Neubesetzung durch Reto Brunett ergeben, welcher als Kraftwerkvertreter Einsitz nimmt. Aufgrund der Reglementsänderung vom 1. Jan. 06 hatten wir auf dem Urnerboden zwei verschiedene Fischereischonzeiten, welche unter den Urnerbodenfischern berechtigterweise Reklamationen gab. Der Vorstand des UFV hat entsprechend gehandelt und an die Fischereikommission den Antrag gestellt, dass die Eröffnung am Kaltenbrunnen und der Fätschbach ohne Staubecken am 15. April ist und das Schonmass auf 22 cm anzusetzen sei. Im Staubecken dagegen ist das Schonmass auf 25 cm und die Eröffnung ist erst am 1. Mai, dies aufgrund der Gesetzgebung der Glarner welche im Gegensatz zur Urner nicht die gleiche ist.

Dank: Zum Schluss bleibt mir der Dank an alle, die mit Rat und Tat dazu beigetragen haben, dass wir wieder ein erfolgreiches Vereinsjahr abschliessen können. Allen voran dem Vorstand. Der Dank geht auch an die Fischereiverwaltung, Fischereiinspektor Hansruedi Zieri und Anlagewart Joe Senn, die sich das ganze Jahr für die Fischerei einsetzen und welche für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr haben. Herzlichen Dank aber auch allen ungenannten Helfern und Fronarbeitern, welche die tägliche Kleinarbeit an Gewässern, in den Anlagen und bei der Bewirtschaftung leisten. Nicht zuletzt danken möchte ich auch den Instruktoren der Kurse, sei es der Fliegenfischerkurs oder Neu- & Jungfischerkurs. Wir brauchen aber auch die Mitglieder, denen es nicht möglich ist, praktisch für die Fischerei tätig zu sein, die aber treu jedes Jahr ihren Mitgliederbeitrag einzahlen. An dieser GV werden wir erstmals das Protokoll von der letzten GV nicht mehr vorlesen, es kann aber über unsere Homepage heruntergeladen werden oder über mich telefonisch bestellt werden 041/ 885 01 31. Wir danken für euer Verständnis.

Gurtnellen 25. Oktober 2006   Roger Schillig, Präsident