Urner Team als Sieger an der 1. Jungfischerolympiade


Einen Fisch zu fangen ist das eine, die Kreatur Fisch korrekt zu behandeln, ist das andere. Respekt vor dem Tier und der Wille zur Ausbildung sind eine Grundvoraussetzung dazu. Seit mehreren Jahren versuchen sowohl der Urner Fischereiverein wie auch viele andere Kantonalverbände konsequent mit jährlichen theoretischen und praktischen Ausbildungstagen, das notwendige Wissen den Jungfischern zu vermitteln.

Um dieses Grundwissen zu testen, wurde durch den Fischereiverband des Kantons Zürich erstmals eine "Schweizerische Jungfischerolympiade" organisiert. Während zwei Tagen kämpften in Thalwil rund 50 Dreierteams in zwei Alterskategorien aus der gesamten Deutschschweiz in theoretischen und praktischen Disziplinen um den begehrten Siegertitel. Robin Müller, Noel Schuler und Fabio Sicher bildeten das Team "Alpinos" des Urner Fischereivereins. Unter der Betreuung von Joe Müller und Philipp Sicher bereitete sich das Team seit Anfang Januar seriös in Theorie und Praxis auf die gestellten Aufgaben vor.

 



Das Siegerteam zusammen mit dem mehrfachen Casting-Weltmeister Peter Hässig. Seinen guten Wurftipps ist es wohl zu verdanken, dass die "Alpinos" noch einen Punkt Vorsprung ins Ziel retten konnten.....

In einer ersten Disziplin musste von allen Teilnehmern unter der strengen Bewertung von drei Punktrichtern gezeigt werden, wie ein gefangener Fisch waidgerecht getötet, ausgenommen und schliesslich filetiert wird. Dass die so präparierten Filets später zum gemütlichen Nachtessen serviert wurden, sei nur nebenbei erwähnt. Das theoretische Wissen über Fischerei, Vogelwelt und Lebensräume der Fische wurde daraufhin in einem anspruchsvollen Postenlauf getestet. Da Fischen letztendlich auch als Sport betrachtet werden will, war nicht nur Theorie gefragt, sondern auch die Laufzeit fand Eingang in die Bewertung.
Mit Spannung warteten alle Teilnehmer nach dem Fischessen auf die Zwischenrangliste des ersten Tages. Mit dem Punktemaximum aus dem praktischen und dem theoretischen Teil und daneben noch Laufbestzeit im Postenlauf lag die Urner Mannschaft überraschenderweise in Führung. Diese Ausgangslage war natürlich ein gewaltiger Ansporn und die geplante Nachtruhe musste verschoben werden. Zusätzliches "Büffeln" unter der fachkundigen Leitung von Philipp Sicher war angesagt, Wissenslücken mussten noch gestopft werden!
Der zweite Wettkampftag begann mit viel Nervosität. Als Startprüfung des Sonntagmorgens galt es, alle in der Schweiz vorkommenden Fischarten zu erkennen und ihren entsprechenden Lebensräumen zuzuordnen. Für einen Urner Fischer mit seinen reinen Forellengewässern ist das keine leichte Aufgabe. Nur gerade fünf der insgesamt fünfzig Teams schafften diese Aufgabe fehlerfrei, darunter erfreulicherweise auch unser Urner Team.
In einer weiteren praktischen Disziplin wurden daraufhin verschiedene Zapfenmontagearten und Knotenkenntnisse geprüft. Auch diese Aufgabe lösten Fabio, Noel und Robin perfekt.



Hohe Konzentration und Genauigkeit war bei der Knotentechnik gefordert. Den gestrengen Kontrollen der Punktrichter entging kaum ein Fehler und manches Team verlor hier entscheidende Punkte.
 

Intensives Studium zwischen den einzelnen Disziplinen war notwendig, um die Spitzenposition bis zum Schluss zu verteidigen.


Volltreffer: mit dem letzten Zielwurf war der Sieg gerettet!
 

Jeder Meter in der Weite war ein Punkt...voller Einsatz war gefragt

Als letzte Disziplin stand das Werfen auf dem Programm. Ein Zielwerfen aus drei verschiedenen Distanzen und ein abschliessender Distanzwurf, der pro Meter Wurfweite einen Punkt zählte, sollte den Wettkampf entscheiden. Auf der Wiese zeigte sich beim Einwerfen recht schnell, dass diese Disziplin nicht die Stärke der "Alpinos" war. So wurde der Schlusswettbewerb trotz eines guten Punktevorsprungs zur eigentlichen Zitterpartie. Mit einem gewaltigen Schlusseinsatz und mit noch einem Punkt Vorsprung auf die zweitplazierte Mannschaft bewiesen die drei jungen Urner aber, dass sie über alles gesehen die kompletteste Jungfischermannschaft sind! So durften sie, neben Medaillen und einem Wanderpreis, als Überraschung noch eine Wochen Ferien auf der Melchseefrutt, natürlich inklusive Fischerpatent, mit nach Hause nehmen.



So steht man gerne auf der Bühne

Für Fabio, Noel und Robin ist bereits jetzt klar, dass sie ihren Wanderpreis in zwei Jahren an der nächsten Jungfischerolympiade verteidigen wollen. Diese soll dann im Kanton Glarus stattfinden.