Fischerjahr 2003: Am 26. Dezember begann für die Seefischer eine durchwegs erfolgreiche Fischerei auf die Seeforellen, wobei die obligate Flaute im Januar nicht fehlen durfte. Hechte wurden nicht soviele gefangen wie andere Jahre, dafür aber vereinzelt sehr grosse. In den letzten Jahren hat sich die Fischerei auf die Balchen im Gebiet Seedorf bis Bauen zu einem richtigen Renner entwickelt, so ist es höchst erfreulich, dass ab diesem Jahr auch schon ab dem 26. Dezember die Balchenfischerei eröffnet wird. So nebenbei wurde beim Balchnen mit der Hegene als "Beifänge" manch schöne Seeforelle erobert. Zu der Eröffnung der Fliessgewässer ist leider zu sagen, dass das Hochwasser vom 16. November letzten Jahres praktisch die gesamte Naturverlaichung zunichte gemacht hat. Es hat einmal mehr gezeigt, dass es unabdingbar ist, einen vernünftigen Fischbesatz zu tätigen. Im April und Mai konnte man die Fischerei in den Fliessgewässern in vollen Zügen geniessen. Durch Eintritt der Schneeschmelze und infolge des Hitzesommers durch Schmelzen der Gletscher waren unsere grösseren Gewässer für die Fischerei im Sommer doch eher eingeschränkt und die Fische bekamen somit eine ungewollte Schonzeit. Dafür war der September umso fantastischer. Bei den Bergseen weiss man, dass dort die Fische launisch sind und man die richtige Beisszeit erwischen muss. Persönlich durfte ich einmal mehr feststellen, dass man mit dem Köder runter muss, sitzt der Namaycash und der Seesaibling doch eher am Boden. Nächstes Jahr finden Kontrollbefischungen jener Bergseen statt, welche mit Seesaiblinge bestückt wurden, damit man Aufschluss über deren Fortpflanzung bekommt. Gesamthaft dürfen wir Urner Fischer sagen, dass wir in einem Fischereldorado leben.

Bewirtschaftung: Glücklicherweise konnte uns der Hitzesommer die Fischgewässer nicht wie in anderen Kantonen dezimieren. In den Aufzuchtanlagen in Flüelen und Silenen wurde auch dieses Jahr wieder hervorragende Arbeit geleistet und man hatte sehr wenig Abgänge. Dies verdanken wir Fischer bestens bei Hansruedi Zieri und Joe Senn, welche sich täglich der Aufzucht widmen. Alle, die beim Fischbesatz geholfen haben konnten sich selber davon überzeugen und jene, die beim nächsten Mal auch dabei sein wollen, melden ihre Adresse am besten dem Präsidenten. Im weiteren verweise ich auf die Besatzliste welche an der GV aufliegt. Zurzeit ist Fischereikommissionsmitglied Philipp Sicher daran, Grundlagen zu unserem Aeschenbestand, welchen wir in der Reuss haben, zu erarbeiten. Gerade die Aesche hat schweizweit in diesem Hitzesommer grossen Schaden genommen und sie würde es verdienen, wenn wir ihr vermehrt unser Augenmerk zukommen liessen.

Anlässe: Am Fliegenfischerkurs haben 21 TeilnehmerInnen ihre Wurftechnik optimiert und das obligate Fischerlatein nicht zu kurz kommen lassen. Diesen Kurs organisiere ich jeweils mit grosser Freude. Es ist schön zu sehen, dass man von Jahr zu Jahr immer mehr Fliegenfischer am Gewässer sieht, ist es doch die fairste Fangmethode, um unsere Farios zu überlisten. Dieses Jahr konnten wir Dank des Hinweises unseres Mitgliedes Koni Bissig sogar Casting-Weltmeister Freddy Grüniger als Instruktor gewinnen. Am Neu- und Jungfischerkurs haben dieses Jahr sage und schreibe 53 Personen teilgenommen. Wir waren wiederum in der vereinseigenen Anlage in Silenen, welche sich für diesen Anlass ausgezeichnet eignet. Leider haben dieses Jahr die Fische nicht so Appetit gehabt, aber vereinzelte Teilnehmer konnten trotzdem einen Fisch angeln. Somit konnte man die waidgerechte Fischerei in der Praxis erläutern. Die Form des Neu- und Jungfischerkurses fand ein sehr gutes Echo. Wir im Vorstand prüfen für nächstes Jahr einen Praxisfischertag durchzuführen, damit viele Jungfischer, welche nicht die Möglichkeit haben, mit einer erwachsenen Person fischen zu gehen, das Gelernte des Jungfischerkurses umsetzen können. Der Hauptbesatz in der Göscheneralp fand am 22. August beim traditionellen Mittagessen mit den Kraftwerkgewaltigen und der Urner Regierung in lockerer Form statt. Im weitern habe ich an diversen GV der befreundeten Verbände in der Innerschweiz teilgenommen.

Fischereikommission: In der Fischereikommission fanden seit der letzten GV 2 Sitzungen statt. RR Markus Stadler hat dabei die Fischereiverwaltung beauftragt, ein Bewirtschaftungskonzept für den Kanton Uri zu erstellen. Zielsetzung besteht darin, dass das Konzept bis zum Ende der Legislaturperiode 2004 auf dem Tisch liegt. Fischereibiologe Marrer aus Solothurn, welcher den Kanton seit Jahren in Fischereifragen beratend zur Seite steht, ist für dieses Konzept beauftragt worden. Ich hoffe im nächsten Jahresbericht ein Kapitel diesem Resultat widmen zu dürfen. Im Revitalisierungsprojekt am Dorfbach wird der Abschnitt zwischen SBB-Bahnlinie und Flüelerstrasse im Winter 2003/2004 nach dem Rückbau des Förderbandes der Umfahrung Flüelen realisiert. Im weitern danke ich den Kommissionsmitglieder für die angenehme Zusammenarbeit.

Schweizerischer Fischereiverband: Leider musste man das rasche Ableben von Heinz Renz zur Kenntnis nehmen. Mit Heinz Renz hat der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) eine seiner tragenden Säulen verloren. Er war verantwortlich für die Erarbeitung des Ethikkodexes und war auch als Vertretung des SFV im Projekt Fischnetz beteiligt. An der DV in Solothurn wurden Bewirtschaftungsrichtlinien zur fischereilichen Bewirtschaftung der Fliessgewässer verabschiedet, wo auch Heinz Renz federführend war. Diese Richtlinien bezwecken eine, den lokalen Verhältnissen angepasste Bewirtschaftung und definieren die allgemein gültigen Kriterien und Grundsätze. Die Richtlinien sollen soweit als möglich in das Projekt Fischnetz integriert werden. Das Projekt Fischnetz wird Ende 2003 abgeschlossen und nach Aussage von Frau Dr. Patricia Holm an der DV in Solothurn findet am 29. + 30. Januar 2004 eine öffentliche Veranstaltung statt, bei welcher die Ergebnisse dieses Projekts kommuniziert werden. Im weitern findet man unter www.fischnetz.ch aufschlussreiche Informationen über dieses interessante Projekt. Ehrenpräsident Ruedi Hauser ist Mitglied in der Geschäftsleitung des SFV, wo seine Arbeit sehr geschätzt wird. Um sich einen Überblick zur Arbeit im SFV zu verschaffen, lohnt sich ein Blick in dessen Webseite www.sfv-fsp.ch, welche von unserem Aktuar Kari Brunner betreut wird.

Allgemein: Beim neuen Planauflageverfahren der NEAT haben wir vom Verein wieder Einsprache erhoben. Die Einspracheverhandlung findet am 28. Oktober 2003 in Schattdorf statt. Dort will sich der Vorstand für die Revitalisierung des Walenbrunnens und eine Schonung der Stillen Reuss während der Bauphase einsetzen. Betreff Machbarkeitsstudie Nationalpark im Kanton Uri wurde der Fischereiverein in keiner Art und Weise miteinbezogen. In den Arbeitsgruppen, welche vom Regierungsrat zusammengestellt wurden, war ziemlich alles vertreten ausser dem Fischereiverein. Wir wurden lediglich zu einem Workshop in Erstfeld eingeladen, bei dem wenig Konkretes vermittelt wurde. Philipp Sicher, der als Gemeinderat von Gurtnellen im Projektausschuss ist, wird zusammen mit Georges Eich an der GV die vorhandene Machbarkeitsstudie erläutern - und vor allem auf den Bereich Fischerei eingehen. Im Anschluss daran erhoffe ich mir eine sachliche Diskussion, bei der die Fischer ihre Meinung auch kundgeben. Zu denken gibt mir auch unser steter Mitgliederschwund. Ich bin davon überzeugt, dass viele Fischer im Kanton Uri sich gar nicht bewusst sind, in welch einem Eldorado wir fischen. Machen wir uns in guten Zeiten zu einem starken Verein, stehen zusammen und betreiben Werbung dafür.

Dank: Zum Schluss bleibt mir der Dank an alle, die mit Rat und Tat dazu beigetragen haben, dass wir wieder ein erfolgreiches Vereinsjahr abschliessen können. Allen voran dem Vorstand. Der Dank geht auch an die Fischereiverwaltung, Fischereiinspektor Hansruedi Zieri und Anlagewart Joe Senn, die sich das ganze Jahr für die Fischerei einsetzen und welche für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr haben. Herzlichen Dank aber auch allen ungenannten Helfern und Fronarbeitern, welche die tägliche Kleinarbeit an Gewässern, in den Anlagen und bei der Bewirtschaftung leisten. Nicht zuletzt danken möchte ich auch den Instruktoren der Kurse, sei es der Fliegenfischerkurs oder Jungfischerkurs. Wir brauchen aber auch die Mitglieder, denen es nicht möglich ist, praktisch für die Fischerei tätig zu sein, die aber treu jedes Jahr ihren Mitgliederbeitrag einzahlen.

Gurtnellen 20. Oktober 2003   Roger Schillig, Präsident
 

 
Vorstand des Urner Fischereivereins 2003
 
Präsident: Roger Schillig, Gurtnellen
Vize-Präsident: Thomas Dossenbach, Erstfeld
Aktuar: Karl Brunner, Altdorf
Kassier: Urs Mettler, Schattdorf
1.Beisitzer: Walter Fedier, Altdorf
2.Beisitzer: Beppo Lussmann, Altdorf
3.Beisitzer: Willy Honegger, Flüelen