Fischerei - Grundkurs des Urner Fischereivereins mit Rekordbeteiligung

K.B.  Der diesjährige Fischerei - Grundkurs des Urner Fischereivereins in der Fischzuchtanlage in Silenen platzte beinahe aus allen Nähten, trotzdem konnten sich die angehenden Petri - Jünger vielfältige Kenntnisse über die waidgerechte Fischerei aneignen.

10 Erwachsene und 41 Jugendliche im Alter zwischen 9 und 14 Jahren nutzten die Möglichkeit, beim Urner Fischereiverein eine fundierte Einführung in die waidgerechte Fischerei zu erhalten. Der Kurs wurde auch dieses Jahr wieder nach dem bewährten Muster des letzten Jahres durchgeführt. Das Schwergewicht wurde von den Organisatoren bewusst auf die praktische Arbeit gelegt. Die zukünftigen Fischer erwartete ein umfangreiches Programm in der Fischzuchtanlage in Silenen.

Fischen hat nur im weitesten Sinne etwas mit "Würmlibaden" zu tun. Wer die Sportfischerei seriös ausüben will, kommt heute nicht mehr darum herum, sich mit den verschiedensten Themen rund um die Fischerei auseinanderzusetzen. Angefangen mit den Geräten, über die Gewässerkunde bis zur Fischer-Ethik und dem Tierschutz sind es einige Themen, über welche ein seriöser Fischer Bescheid wissen muss.

Eine stattliche Zahl Teilnehmer.

   

Die Kurs-Themen wurden an verschiedenen Posten behandelt:
Für die Material- und Gerätekunde, Angelmethoden, Köder und Knoten war das bewährte Team Walti Fedier / Hugo Loth verantwortlich. Bei dem sehr vielfältigen Angebot, im speziellen auf dem Zubehör-Markt für die Fischerei ist es nicht einfach, erst mal einen Überblick zu erhalten, respektive diesen dann zu behalten. Ein Ziel dieses Postens war es deshalb, den Teilnehmern die in der Praxis bewährten Gerätschaften und Zubehöre nahe zu bringen. Die Demonstration der verschiedenen Fischereimethoden, angefangen beim Tippfischen bis zum Fliegenfischen war ein weiteres Thema. Die Knotenkunde schliesslich brachte manchen Teilnehmer echt ins Staunen - was es doch für komplizierte Knoten gibt - man bräuchte oftmals mehr als zwei Hände, um all die widerspenstigen Fäden zu bändigen und zu einem vernünftigen und vor allem haltbaren Knoten zu formen.


was es doch für komplizierte Knoten gibt

 

 

 

Den Posten Fischkunde betreute der Kantonale Fischerei-Inspektor Hansruedi Zieri. Er erklärte den interessierten Zuhörern die verschiedenen einheimischen Fischarten, sowie das "Innenleben" der Fische. An einer sezierten Forelle lernten die Teilnehmer den Sitz der Fischorgane kennen. Ein weiterer Punkt auf dem Programm waren die Fischereivorschriften, hier wurde den Teilnehmern an praxisnahen Beispielen gezeigt, wie die Fischfangstatistik richtig ausgefüllt werden muss.


Aufmerksame Zuhörer

   


An einem weiteren Posten konnte jeder Teilnehmer versuchen, seine Wurftechnik mit verschiedenen Ruten und Wurfgewichten zu verbessern. Manche mussten hier die Feststellung machen: - es ist gar nicht so einfach, wie es oftmals aussieht, auf Distanz einen ganz bestimmten Punkt anzuwerfen, - und ihn auch noch zu treffen! Die Fischer-Ethik, die verschiedenen Gewässertypen und die entsprechenden Lebensräume der einheimischen Fische wurden vom Vereinspräsidenten Roger Schillig vorgestellt.

Der Posten, welcher den Teilnehmern offensichtlich am meisten Spass machte, war das "richtige" Fischen. Ein Aufzuchtgraben war im voraus mit fangfähigen Regenbogenforellen besetzt worden. Hier konnten die Kursteilnehmer unter Anleitung von Thomas Dossenbach und Kari Brunner lernen, die verschiedenen Köder richtig zu montieren. Auch die Erfahrung, dass fischen vor allem eine Geduldsache ist, musste gemacht werden. Das Vorhandensein von Fischen heisst noch lange nicht, dass diese auch in "Beisslaune" sind, sich also auf den erstbesten angebotenen Köder stürzen. Auch die Erkenntnis, dass Fische scheue Geschöpfe sind, musste erst gefunden werden. Wer dort fischt, wo er die Fische sehen kann, muss davon ausgehen, dass auch er auch von diesen gesehen wird - kein Wunder also, wenn dann kein Fisch anbeisst. So wurden die meisten Fische nur dort gefangen, wo sie Versteckplätze zur Verfügung hatten.


Volle Konzentration

   

 

Ein weiterer Teil der Instruktion war die Besichtigung der Aufzuchtanlage in Silenen. Unter Leitung des Anstaltwartes, Joe Senn, konnte ein Rundgang durch die Anlage gemacht werden. Die grosse Arbeit, welche nötig ist, den Fischbestand in unseren Gewässern auf einem guten Stand zu halten, versetzte manchen der angehenden Fischer in Erstaunen.


Nachwuchs ist unser wichtigstes Potenzial

 

 

 

Was alles ausser den Fischen noch in unseren Gewässern lebt, - und den Fischen vor allem als Nahrung dient, wurde von Franz-Xaver Arnold, Willi Honegger und Heinz Suter in einer sehr interessanten Lektion Gewässerkunde vorgestellt. Mit der Elektrofischerei-Ausrüstung fingen sie diverse dieser Fischnährtiere im Bach und erklärten diese anschliessend ausführlich am lebendigen Beispiel.


Es leben nicht nur Fische im Wasser!

   


Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz, Urs Mettler und Beppo Lussmann waren für die Verpflegung zuständig. Die Nachfrage nach dem bereitgestellten heissen Tee hielt sich dank des warmen und prächtigen Wetters eher in Grenzen. Die "Filet im Darm", auf deutsch Wienerli mit Brot, fanden jedoch reichlich Zuspruch.

Am Schluss des Kurses durfte jeder Teilnehmer eine pfannenfertig hergerichtete Forelle, diverse davon selbst gefangen, mit nach Hause nehmen.