Kein Fischerpatent ohne Sachkundenachweis

Jungfischerkurs des Urner Fischereivereins

75 angehende Fischerinnen und Fischer benutzen am 14. März die Gelegenheit, die in der Praxis benötigten Fertigkeiten unter kundiger Anleitung zu erlernen oder vertiefen.

Nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten, Markus Gisler, wurden die Kursteilnehmer/innen in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hatte pro Posten eine Stunde Zeit zur Verfügung, um sich mit den Anforderungen, die heute für die Ausübung der Fischerei gefordert werden, zu beschäftigen.

Umfangreiche Ausbildung

Am Posten Material- und Gerätekunde wurden nebst den gebräuchlichen Angel-Methoden, -Geräten und – Ködern auch weniger bekannte Techniken vorgestellt. So zum Beispiel das Schleppfischen mit dem Seehund oder der Tiefseeschleike, das Hegenenfischen auf Albeli und Felchen, etc. Die zum Teil kniffligen Fischerknoten, wurden in der Theorie, aber auch in der Praxis demonstriert und ausgiebig geübt. Beim Fischen sind auch nicht wenige gesetzliche Vorschriften zu beachten. Diese wurden anhand von Beispielen praxisnah erläutert und besprochen. Weitere Themen dieses Postens waren das korrekte ausfüllen der Fischfangstatistik, die Anatomie der Fische, sowie die Vorsichtsmassnahmen und das Verhalten am Wasser. Die Zusammensetzung der Nahrungskette wurde den Teilnehmenden mit einer umfangreichen Sammlung von präparierten Fischnährtieren sehr naturgetreu aufgezeigt. Hilfsmittel wie das Elektrofanggerät, welches beim Laichfischfang Verwendung findet, wurden ebenfalls gezeigt und erklärt. An einem weiteren Posten wurden nebst anderen Themen die verschiedenen Gewässertypen, die Gewässerökologie und die spezifische Lebensräume, welche die verschiedenen Fischarten besiedeln, behandelt. Der Fisch als hochwertiges Lebensmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dementsprechend wichtig ist der korrekte Umgang damit. Die Kursteilnehmer lernten, wie ein gefangener Fisch tierschutzgerecht betäubt und durch einen fachmännisch ausgeführten Kiemenschnitt ausgeblutet werden muss. Den zukünftigen Fischern wurde wärmstens ans Herz gelegt, dass der so versorgte Fisch nicht in einem Plastiksack, sondern besser in einem feuchten Tuch aufbewahrt werden soll. Auch die weiteren Verarbeitungsmöglichkeiten, wie das filetieren, die verschiedenen Zubereitungsarten, das tiefgefrieren etc. wurden thematisiert. Ein Lehrfilm vertiefte das Wissen der angehenden Fischer über die Ethik der Fischerei und den tierschutzgerechte Umgang mit der Kreatur Fisch. Den praktischen Umgang mit Rute und Rolle erlernten die Teilnehmer am Posten „Wurftechnik“. Hier machten einige bereits Bekanntschaft mit Schnurperücken, Schnurbrüchen und anderen Widrigkeiten.

Erfolgskontrolle am Kursschluss

Zum Abschluss des Kurstages war dann die Prüfung an der Reihe, denn seit Herbst 2008 kann ohne Sachkunde-Nachweis kein Fischerpatent mehr gelöst werden, welches länger als einen Tag gültig ist. Um den Sachkunde-Nachweis Fischerei zu erlangen, musste jeder Teilnehmer 40 von 50 Fragen richtig beantworten. Der Praxistag, der auch zum Jungfischerkurs gehört, kann dank dem Entgegenkommen des EWA am 27. Juni 2015 wieder auf dem Arni durchgeführt werden.

 


Nachfolgend ein paar Schnappschüsse, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und korrekte Chronologie.
(Copyright Fotos: UFV)
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