101. Generalversammlung des Urner Fischereivereins

Neuer Vertrag verabschiedet

Der Kanton Uri betreibt neu die Fischzuchtanlage in Silenen. Der Fischereiverein bleibt aber Eigentümer.

107 Mitglieder des Urner Fischereivereins hiessen den Vertrag mit dem Kanton Uri, welcher Eigentumsverhältnisse und Betrieb der Fischzuchtanlage in Silenen regelt, einstimmig für gut. Der Urner Fischereiverein ist aus personellen Gründen nicht mehr in der Lage, seine Fischzuchtanlage in Silenen selbst zu betreiben. Ohne den Weiterbetrieb dieser Fischzuchtanlage wäre es aber nicht mehr möglich, standortangepasste "einheimische" Fische aufzuziehen und die Urner Fischgewässer mit genügend Jungfischen zu besetzen.
Ein Einkauf von Besatzfischen ausserhalb des Kantons wäre zum Teil bundesrechtswidrig und würde ungleich viel mehr kosten. Deshalb sieht der neue Vertrag mit dem Kanton Uri vor, dass die kantonale Fischereiverwaltung die Fischzuchtanlage in Silenen in eigener Verantwortung betreibt. Daraus resultieren auch verschiedene Synergien in personeller und finanzieller Hinsicht zwischen den bestehenden Fischzuchtanlagen Silenen, Rynächt und Flüelen.
Der Unterhalt und Betrieb der Fischzuchtanlage in Silenen, wie auch generell die gesamte Fischerei im Kanton Uri, werden seit langem schon vollumfänglich über den Fischereifonds finanziert. Das Eigentum der Fischzuchtanlage in Silenen bleibt beim Urner Fischereiverein. Der Kanton erhält allerdings ein Vorkaufsrecht. Der Vertrag muss noch vom Urner Regierungsrat genehmigt werden.

Joe Senn neues Ehrenmitglied

Bei den Ehrungen unterbreitete Präsident Roger Schillig der Versammlung den Vorschlag, Anstaltswärter Joe Senn aus Erstfeld zum Ehrenmitglied zu ernennen. Joe Senn ist seit dreizehn Jahren für die Fischzucht in Silenen verantwortlich und die Zuverlässigkeit in Person. Der Vorschlag des Präsidenten wurde mit grossem Applaus von der Versammlung bestätigt. Werni Imholz, Göschenen, wurde durch die Verdienste für die vereinseigene Hompage mit einem Geschenk gewürdigt. Stellvertretend für die ganze Fischereiverwaltung wurde Benno Bühlmann in Form einer guten Flasche Wein gedankt für die Arbeit, welche von der Fischereiverwaltung, der Fischereiaufsicht und der Fischereibewirtschaftung über das ganze Jahr hinweg geleistet worden ist. Josef Tresch, Altdorf, Martin Lussmann und Oswald Huber beide Erstfeld, erhielten für ihre unermüdliche Arbeit in der Fischzuchtanlage Silenen vom Präsidenten ebenfalls ein Präsent.


Schlusswort von Regierungsrat Dr. Markus Stadler

Geschäftsleitungsmitglied Ruedi Hauser überbrachte die Grüsse vom Schweizerischem Fischereiverband. Landrätin Annalise Russi als Vertreterin von Pro Natura Uri entschuldigte sich für die entstandenen Turbulenzen im Reussdelta mit den Fischern. Sie betonte, dass die Reussdeltaaufseher zuwenig genau über das Fischereireglement instruiert worden seien, weshalb es zu einer Konfliktsituation kam. Mit dem anschliessenden Applaus der Fischer wurde dieses Thema beendet.
Regierungsrat Markus Stadler benutzte die Gelegenheit, der ganzen Fischerlandsgemeinde das neue Umweltschutzgesetz, welches im Jahr 2002 vor das Volk kommt, in groben Zügen vorzustellen und das Ergebnis der Vernehmlassung zu erläutern. Gerade die Fischer hätten grosses Interesse an einem hohen Stellenwert des Gewässerschutzes und des Umweltschutzes im Allgemeinen, damit auch die nächsten Generationen noch Fische fangen können. Im Weiteren bedankte er sich bei den Fischern für ihre Arbeit, welche sie über das ganze Jahr geleistet haben. Nachdem der Regierungsrat, der traditionsgemäss bei den Versammlungen des Urner Fischereivereins das letzte Wort hat, seine Ansprache beendet hatte, ging man zum üblichen Fischmähli über und liess den angebrochenen Abend gemütlich ausklingen.