Und wieder neigt sich ein Vereins- und Fischerjahr dem Ende entgegen. Es war ein Jahr, welches eher ruhiger vorüber ging als das Jahr 2001, in dem wir relativ viel Zeit in den neuen Vertrag mit dem Kanton und die Problematik der Aufsicht im Reussdelta investierten.

Fischerjahr 2002: Leider haben dieses Jahr Hochwasser unsere Fischbestände nicht verschont. So wurden im Mai und Juni der Isenthalerbach, der Schächen und Kerstelenbach im Maderanertal arg zugerichtet. Es scheint, dass durch die zunehmenden Naturgewalten wir Fischer immer mehr damit leben müssen, dass die Winter- und Sommerhochwasser uns einen Strich durch die Fischerei machen. Zum Glück haben wir da mit unserem Einheitspatent die Möglichkeit, die Gewässer zu wechseln. Diese Situationen stellen aber an die Besatzwirtschaft grössere Probleme. So kann man über Jahre ein Gewässer aufpäppeln und mit einem Schlag ist wieder praktisch alles im Eimer. Trotz allem von den Erträgen welche ich von erfahrenen Fischern hören durfte oder vom Petri-Heil entnahm, kann man wohl zu Recht behaupten, dass wir im Gegensatz zu andern Kantonen, doch noch einen beachtlichen Fischbestand haben. So wurden bei der Seeforelleneröffnung am Anfang flott gefangen, bevor im Januar die obligate Baisse einsetzte. Diese Baisse kann sich niemand genau erklären, aber es ist jedes Jahr dasselbe. Dafür sind herrliche Balchen und später auch schöne Hechte aus dem Urnersee gefangen worden. Unsere Fliessgewässer weisen, entgegen dem Trend in grossen Teilen der Schweiz, einen sehr guten Fischbestand auf. Es gibt zwar vereinzelt Strecken, welche durch den Schwallbetrieb der Kraftwerke auch auf die Fischerei negative Auswirkungen haben, so zum Beispiel Göschenen - Pfaffensprung. Aber an dieser Situation können wir Fischer leider wenig machen. Vielleicht ist es aus fischereilicher Sicht das Beste, dass das EMG bachab geschickt wurde. In den Bergseen schlägt sich die Runtersetzung des Schonmasses der Namaycash-Forelle für die Fischerei in erfreulichem Ausmass zu Buche.

Bewirtschaftung: Leider hat Philipp Sicher, welcher Aufseher der Bewirtschaftung war, aus persönlichen Gründen demissioniert. Philipp hat in all den Jahren viel für die Fischerei geleistet und ist im UFV auch entsprechend im Jahr 1999 mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet worden. Als Präsident bedaure ich diesen Entscheid zutiefst, bin aber zugleich froh, dass er in der Fischereikommission weiterhin der Fischerei erhalten bleibt. In den Aufzuchtanlagen haben wir dieses Jahr wieder ausserordentlich gute Erträge gehabt. Dadurch dass die Muttertiere, sei es von der Anlage im Rynächt oder vom Schongewässer im Bäzgraben von der Verwaltung und dem UFV selber bewirtschaftet werden, sind sie in der Laichreife früher bereit, entsprechend sind die Sömmerlinge im darauf folgenden Herbst grösser und stärker. Auch ist die Qualität der einheimischen Wildfischbestände wesentlich höher einzustufen. In den Bergseen wurden dieses Jahr wieder vereinzelt Massfische eingesetzt. Für die Beurteilung der Entwicklung der Seesaiblinge, welche letztes Jahr erstmals in den Bergseen eingesetzt wurden, ist es noch zu früh. Im weitern verweise ich auf die Besatz- und Fangstatistik die an der GV aufliegt.

Anlässe: Am Fliegenfischerkurs unter der Leitung von Kari Imholz haben 21 TeilnehmerInnen dem schlechten Wetter getrotzt und der fröhlichen Stimmung nichts anhaben lassen. Der Fliegenfischerkurs erfreut sich jedes Jahr einer grossen Beliebtheit, welche mit Bestimmtheit auf die kompetenten Instruktoren, Bürgin Werner, Glanzmann Werner und Bissig Koni zurückzuführen ist. Allesamt haben eine angenehme Umgangsart und eine grosse Erfahrung auf dem Buckel. Für den nächsten Fliegenfischerkurs im Jahr 2003 versuche ich noch einen zusätzlichen Casting-Instruktor zu organisieren für eine Klasse, welche sich nur auf grosse Distanzen konzentrieren will. Es wäre schön, wenn dann die "Elite" der Fliegenfischer sich ein Stelldichein geben würde. Das Highlight der Anlässe ist für mich immer der Jungfischerkurs. Dieses Jahr haben 25 Jugendliche und 3 Erwachsene den Kurs besucht. Neu haben wir den Jungfischerkurs in der eigenen Anlage in Silenen durchgeführt. Daher konnten wir praxisnaher Instruieren. Jeder Teilnehmer hat selber ein Fisch aus dem Wasser angeln dürfen. Damit konnte man die waidgerechte Fischerei in der Praxis besser erläutern. Die neue Form des Jungfischerkurses fand ein sehr gutes Echo. Darum werden wir den nächsten Jungfischerkurs wieder in der ähnlichen Form durchführen. Der Hauptbesatz in der Göscheneralp fand am 23. August beim traditionellen Mittagessen mit den Kraftwerkgewaltigen und der Urner Regierung in lockerer Form statt. Am 18. & 19. Oktober haben Brunner Kari und ich den UFV bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft für die Fischerei der Alpenländer in Flüelen vertreten und vorstellen dürfen. Dieser Anlass wurde von unserem Ehrenpräsident Hauser Ruedi im Auftrag des Schweizerischen Fischerei-Verbandes organisiert. Im weitern habe ich an diversen GV der befreundeten Verbände in der Innerschweiz teilgenommen.

Fischereikommission: In der Fischereikommission fanden seit der letzten GV 2 Sitzungen statt. Der neue Vertrag Betreff Fischzuchtanlage Silenen welcher an der letzten GV vom UFV gutgeheissen worden ist, ist vom Regierungsrat ebenfalls genehmigt worden. Im selben Beschluss wurde der Fischereiverwaltung den Auftrag erteilt, einen Bericht über die Fischerei im Kanton Uri abzuliefern. Ich erachte es als absolut richtig, dass man von Zeit zu Zeit gewisse Strukturen hinterfragt, denn solche Berichte können auch Argumente liefern, damit man allfällige Angriffe auf die Fischerei besser begegnen kann. Eines muss hier wieder einmal klar geschrieben werden, die Fischerei im Kanton Uri ist schon seit Jahren selbsttragend, was nicht von jedem Geschäft beim Kanton gesagt werden kann. Die Revitalisierung des Dorfbachs-Abschnitt Nord wurde abgeschlossen und mit einem "Tag der Besichtigung", bei welcher der UFV aktiv mithalf, der Bevölkerung offiziell zugänglich gemacht. Im weitern danke ich den Kommissionsmitgliedern für die angenehme Zusammenarbeit.

Schweizerischer-Fischereiverband: Werner Widmer hat sich im ersten Jahr als Präsident gut in die Materie eingearbeitet. Dabei kann er sich auf eine aktive Geschäftsleitung verlassen, wo wir mit Hauser Ruedi auch vertreten sind. Es ginge zu weit, wenn man auf alle Geschäfte des SFV in diesem Jahresbericht eingehen würde. Nur soviel, der SFV wünscht vom Buwal und Bvet eine Liste der Zuchtbetriebe, die nachgewiesenermassen frei von PKD und andern Fischkrankheiten sind. Heinz Renz wirkt als Vertreter des SFV in der Projektgruppe Fischnetz mit. Er erklärte sich auch bereit, in einer Arbeitsgruppe des SFV ein Grundsatzpapier zu Bewirtschaftungsfragen zu erstellen, welches im Projekt Fischnetz das vom Bund geleitet wird, einfliessen soll. Ich werde an der GV noch näher darüber informieren. Im weiteren hat am 15. Oktober in Bern eine Sitzung stattgefunden, bei welcher der Tierschutz bei Fischen thematisiert wurde. Auch dazu näheres an der GV. Ihr seht, es ist möglich, dass auf uns Fischer in nächster Zeit happige Brocken zukommen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt.

Allgemein: Der Regierungsrat hat für das Kitesailing eine befristete Bewilligung von einem Jahr in einer begrenzten Zone welche im Amtsblatt publiziert worden war, genehmigt. Wir vom UFV-Vorstand haben uns gegen die Bewilligung des Kitesailing auf dem Urnersee ausgesprochen. Man muss den Kite-Surfern zugute halten, dass sie sich via Presse sehr gut verkauft haben und entsprechend Druck aufsetzen konnten. Von der Einsprache welche wir letztes Jahr gegenüber dem Neat-Projekt eingereicht haben, ist bis dato noch keine Einspracheverhandlung angekündigt worden. Im geplanten Landschaftspark (Nationalpark) wurden wir nun nach Intervention vom Vorstand auch miteinbezogen. Zurzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, welche bis im September 2003 abgeschlossen sein sollte. Bedenklich finde ich, dass ein Kantonaler Fischereiverein nicht von allem Anfang miteinbezogen und zu Gesprächen eingeladen wird. Wenn mit allen Organisationen gleich umgegangen wird, so glaube ich, steht die Realisierung auf schwachen Beinen. Mit offenen Augen und einer gewissen Skepsis bin ich gespannt auf diese weitere Entwicklung des Geschäfts.

Dank: Zum Schluss möchte ich allen danken, die mit Rat und Tat dazu beigetragen haben, dass wir wieder ein erfolgreiches Vereinsjahr abschliessen können. Allen voran dem Vorstand. Der Dank geht auch an die Fischereiverwaltung, Fischereiinspektor Hansruedi Zieri und Anlagewart Joe Senn, die sich das ganze Jahr für die Fischerei einsetzen und welche für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr haben. Herzlichen Dank aber auch allen ungenannten Helfern und Fronarbeitern, welche die tägliche Kleinarbeit an Gewässern, in den Anlagen und bei der Bewirtschaftung leisten. Nicht zuletzt danken möchte ich auch den Instruktoren der Kurse, sei es der Fliegenfischerkurs oder Jungfischerkurs. Wir brauchen aber auch die Mitglieder, denen es nicht möglich ist, praktisch für die Fischerei tätig zu sein, die aber treu jedes Jahr ihren Mitgliederbeitrag einzahlen. Zum Schluss verweise ich darauf dass die GV in Amsteg und nicht wie gewohnt im Höfli in Altdorf stattfindet. Durch den Wirtewechsel entstand ein Komunikationsproblem bei dem die Reservierung des Datums übersehen wurde.

 
Gurtnellen 20. Oktober 2002   Präsident Roger Schillig