Fischerei - Grundkurs 2004 des Urner Fischereivereins

K.B.   Der erste Teil des diesjährige Fischerei - Grundkurs des Urner Fischereivereins in der Fischzuchtanlage in Silenen war trotz der nicht sehr vielversprechenden Wetterprognosen gut besucht.

2 Erwachsene und 33 Jugendliche im Alter zwischen 9 und 14 Jahren trotzten dem misslichen Wetter und bewiesen einmal mehr den Satz: "Äs giit käi schlächt's Wätter, äs giit nur schlächt's Ghiddel". Gut in wasserdichte und warme Kleidung verpackt, erhielten sie beim Urner Fischereiverein eine fundierte Einführung in die waidgerechte Fischerei. Neu wurde den Kursteilnehmern dieses Jahr eine speziell für Jungfischer erstellte, umfangreiche Dokumentation abgegeben. Daneben bildete auch dieses Jahr die praktische Arbeit wieder das Schwergewicht der Ausbildung. Die zukünftigen Fischer hatten somit in einem ersten Teil ein umfangreiches Programm in der Fischzuchtanlage in Silenen zu absolvieren. Der zweite Teil des Kurses wird am 5. Juni in Form eines Praxistages am Golzernsee stattfinden.
Wer die Sportfischerei seriös ausüben will, kommt heute nicht mehr darum herum, sich mit den verschiedensten Themen rund um die Fischerei auseinanderzusetzen. Angefangen mit den Geräten, über die Gewässerkunde bis zur Fischer-Ethik und dem Tierschutz sind es einige Themen, über welche ein seriöser Fischer Bescheid wissen muss.

Fast unüberschaubare Vielfalt an Zubehör
Die Kurs-Themen wurden an verschiedenen Posten behandelt:
Für die Material- und Gerätekunde, Angelmethoden, Köder und Knoten war das bewährte Team Walti Fedier / Hugo Loth verantwortlich. Sie verstanden es vorzüglich, den angehenden Fischern das sehr vielfältigen Angebot, im speziellen jenes auf dem Fischerei-Zubehörmarkt nahe zu bringen. Ein Ziel dieses Postens war es, den Teilnehmern die in der Praxis bewährten Gerätschaften und Zubehöre zu zeigen. Die Demonstration der verschiedenen Fischereimethoden, angefangen beim Tippfischen bis zum Fliegenfischen war ein weiteres Thema. Die Knotenkunde schliesslich brachte manchen Teilnehmer echt ins Staunen - was es doch für komplizierte Knoten gibt - man bräuchte oftmals mehr als zwei Hände, um all die widerspenstigen Fäden zu bändigen und zu einem vernünftigen und vor allem haltbaren Knoten zu formen.

 
Gespannte Aufmerksamkeit bei der Gerätekunde

Lebensräume und Vorschriften
Den Posten Fischkunde betreute der Kantonale Fischerei-Inspektor Hansruedi Zieri.
Er erklärte den interessierten Zuhörern die verschiedenen einheimischen Fischarten, sowie das "Innenleben" der Fische. An einer sezierten Forelle lernten die Teilnehmer den Sitz der Fischorgane kennen. Ein weiterer Punkt auf dem Programm waren die Fischereivorschriften, hier wurde den Teilnehmern an praxisnahen Beispielen gezeigt, wie die Fischfangstatistik richtig ausgefüllt werden muss.
Die Fischer-Ethik, die verschiedenen Gewässertypen und die entsprechenden Lebensräume der einheimischen Fische wurden vom Vereinspräsidenten Roger Schillig vorgestellt.


Vorschriftenkenntnis muss auch sein


Richtiges Fischen will verstanden sein
Der Posten, welcher den Teilnehmern offensichtlich am meisten Spass machte, war das "richtige" Fischen. Ein Aufzuchtgraben war im voraus mit fangfähigen Regenbogenforellen besetzt worden. Hier konnten die Kursteilnehmer unter Anleitung von Thomas Dossenbach und Kari Brunner lernen, was zu tun ist, bis ein Fisch "anbeisst". Es ist noch lange nicht sicher, dass der Fischer jeden Fisch erwischt, welcher am Köder zupft. Auch die Erfahrung, dass fischen vor allem eine Geduldsache ist, musste gemacht werden. Das Vorhandensein von Fischen heisst noch lange nicht, dass diese auch in "Beisslaune" sind, sich also auf den erstbesten angebotenen Köder stürzen. Auch die Erkenntnis, dass Fische scheue Geschöpfe sind, musste gefunden werden. Wer dort fischt, wo er die Fische sehen kann, muss davon ausgehen, dass auch er auch von diesen gesehen wird - kein Wunder also, wenn dann keiner anbeisst. So wurden die meisten Fische dort gefangen, wo sie Versteckplätze zur Verfügung hatten.

 
Den hat es erwischt

Lebensraum Wasser
Ein weiterer Teil der Instruktion war die Besichtigung der Aufzuchtanlage in Silenen. Unter Leitung des Anstaltwartes, Joe Senn, konnte ein Rundgang durch die Anlage gemacht werden. Die grosse Arbeit, welche nötig ist, den Fischbestand in unseren Gewässern auf einem guten Stand zu halten, versetzte manchen der angehenden Fischer in Erstaunen. Was alles ausser den Fischen noch in unseren Gewässern lebt, - und den Fischen vor allem als Nahrung dient, wurde von Franz-Xaver Arnold, Willi Honegger und Heinz Suter in einer sehr interessanten Lektion Gewässerkunde vorgestellt. Mit der Elektrofischerei-Ausrüstung fingen sie diverse dieser Fischnährtiere im Bach und erklärten diese anschliessend ausführlich am lebendigen Beispiel.


Erstaunlich was so alles im Wasser lebt

Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz, Urs Mettler und Beppo Lussmann waren für die Verpflegung zuständig.

Am Schluss des Kurses durfte jeder Teilnehmer eine fein säuberlich filetierte Forelle mit nach Hause nehmen. Das Instruktoren-Team wünscht "Ä Guätä".