105. Generalversammlung des Fischereivereins Uri

Das neue Bewirtschaftungskonzept wurde vorgestellt und rege diskutiert

Am Samstag, 19. November 2005, trafen sich 107 Mitglieder des Urner Fischereiver-eins UFV in Altdorf zur Generalversammlung. Das Unwetter vom August hat den Fischbestand massiv beeinträchtigt. Das Bewirtschaftungskonzept bringt verschiedene neue Vorschriften. Felix Herger wird Ehrenmitglied des UFV.

Der Einladung des Vorstandes des Urner Fischereivereins UFV folgten 107 Petri-Jünger. Präsident Roger Schillig konnte in seinem Jahresbericht auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken.
Die ausserordentlichen Regenfälle vom vergangenen August haben auch bei der Fischerei Spuren hinterlassen. So muss im Schächenbach, im Chärstelenbach sowie im Isenthalerbach von einem Totalverlust ausgegangen werden. Diese Schäden gilt es in den kommenden Jahren durch Kompensationsbesatz wieder wettzumachen. Ebenso wurde die Fischzuchtanstalt im Rynächt total überschwemmt. Dort sind vor allem Muttertiere für die Nachzucht und grössere Besatzfische für die Bergseen untergebracht. Viele nutzten den hohen Wasserstand zum Ausbruch aus den Aufzuchtbecken.

Neues Bewirtschaftungskonzept vorgestellt
Das neue Fischerei-Bewirtschaftungskonzept wurde von Benno Bühlmann vorgestellt. Es sieht verschiedene Massnahmen vor, welche auch neue Vorschriften mit sich bringen. So werden in den nächsten Jahren diverse Gewässer renaturiert. Das Schonmass für Forellen im Fliessgewässer wird in verschiedenen Gewässern von 24 auf 22 cm reduziert. Um einen optimalen Ertrag zu erreichen, sollte ein Fisch im Fliessgewässer die Laichreife erlangen und mindestens ein- bis zweimal ablaichen können, bevor er gefangen wird. Weil das Wachstum in höher gelegenen Gewässern langsamer vor sich geht, laichen dort bereits kürzere Fische ab. Es ist demzufolge nicht nötig, das Schonmass für alle Gewässer auf das gleiche Mass festzulegen. Im weiteren wird auch das Schonmass der Namaycush-Forellen von 34 auf 30 cm reduziert. Die Namaycush-Forellen werden im Kanton Uri in abgeschlossenen Gewässersystemen, sprich Bergseen, eingesetzt. Die anschliessende Fragerunde wurde rege genutzt, diverse Fischer hinterfragten die Neuerungen teilweise recht kritisch.
Die Initiative "Lebendiges Wasser" des Schweizerischen Fischereiverbandes SFV wurde im Frühling dieses Jahres lanciert und die Unterschriftensammlung ist angelaufen. Sie bezweckt die Einhaltung der vereinbarten Restwassermengen, sowie die Vermeidung der schädlichen Auswirkungen des Schwall- und Sunk-Betriebes in vielen Fliessgewässern. Weitere Informationen können im Internet unter www.ufv.ch, sowie www.sfv-fsp.ch abgerufen werden. Jeder Fischer, und auch alle, die sich für den Gewässerschutz engagieren möchten, sind aufgerufen, so viele Unterschriften als möglich zu sammeln.

 


Felix Herger - neues Ehrenmitglied
Unter dem Traktandum Ehrungen konnte Roger Schillig zwei Mitglieder an den Vorstandstisch bitten. Zum neuen Ehrenmitglied des UFV gratulierte er Felix Herger und überreichte ihm die Urkunde sowie eine Forelle aus Glas als kleines Präsent. Felix Herger ist seit vielen Jahr als Fischereiaufseher im Einsatz und nahezu bei jedem Arbeitseinsatz des UFV anzutreffen. Zum 25-jährigen Arbeitsjubiläum von Hansruedi Zieri als Fischereiobmann überreichte ihm der Präsident ein paar Flaschen Wein als kleines Dankeschön des UFV für die hervorragende Zusammenarbeit zugunsten der Fischerei.


Schlusswort von Regierungsrat Stefan Fryberg
Der Ehrenpräsident des UFV und Geschäftsleitungsmitglied des SFV, Ruedi Hauser, überbrachte die Grüsse des Schweizerischen Fischereiverbandes. Er erläuterte in kurzen Worten die Arbeiten,welche im Dachverband der Schweizer Fischer anstehen. Dabei erwähnte er, dass die Problematik Tierschutz bei der Fischerei nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sei.

 So ist ab 2008 eine obligatorische Ausbildung in Tierschutzbelangen für die angehenden Fischer vorgesehen. Im weiteren appellierte er an alle Anwesenden, die Unterschriftensammlung zugunsten der Initiative "Lebendiges Wasser" des Schweizerischen Fischereiverbandes tatkräftig zu unterstützen.
Regierungsrat Stefan Fryberg hob in seinem Schlusswort die Vorzüge der einzigartigen Landschaft des Urnerlandes sowie die fast paradiesisch anmutenden Verhältnisse bei den Gewässern hervor und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde. Er bedankte sich bei allen Beteiligten und Helfern für die geleisteten Einsätze anlässlich des Unwetters vom vergangenen August. Zum Schluss wünschte er allen ein kräftiges Petri Heil für die kommende Fischereisaison.