108. Generalversammlung des Fischereivereins Uri

Petri Heil für den neuen Präsidenten Markus Gisler

Die 108. Generalversammlung stand im Zeichen der Wachablösung. Roger Schillig machte Markus Gisler Platz. Roger Schillig und Alois Zurfluh wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Regierungsrat Stefan Fryberg bezeichnete den Fischereiverein als einen der einflussreichsten und beliebtesten Vereine Uris. Dies zeigte sich auch am Samstag Nachmittag mit dem gut gefüllten Saal im Hotel Höfli. Der Präsident Roger Schillig konnte zügig durch die Versammlung führen, weil wohl alle auf das obligate Fischessen warteten. Der Urner Fischereiverein hat eine lange Tradition und die Mitglieder reichen von den Jung- bis zu den ausgedienten Fischern, die schon so manchen Prachtsfisch an Land ziehen konnten. Uri gilt gemäss Fischinspektor Hansruedi Zieri und Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes Philipp Sicher als führend im Fischereiwesen. Hauptsächlichste Probleme im Moment sind die Kormorane und das Verbandsbeschwerderecht. Die Initiative zu dessen Aufhebung am 30. Nov. wird mehrheitlich abgelehnt.

Sollen Urner Gewässer mehr oder weniger genutzt werden?
Im Jahresbericht von Roger Schillig bekam die Gesamtenergiestrategie Uris ein besonderes Gewicht. Die Initiative „lebendiges Wasser“, die mit 161 836 Unterschriften eingereicht worden war, bekam für die Behandlung eine Fristverlängerung bis 2010. In der Gesamtenergiestrategie Uris nahm auch der Regierungsrat Uris Stellung, mit dem erklärten Ziel, die Wasserkraftnutzung bis ins Jahr 2020 um 10 % zu steigern. Roger Schillig meinte, dass eine Ertragssteigerung durchaus Sinn mache, da doch die Einnahmen der öffentlichen Hand aus der Wasserkraftnutzung beträchtlich seien. Mit der eventuellen Erhöhung des Göscheneralpstausees, der besseren Nutzung der Meienreuss oder des Alpbachs in Erstfeld muss aber die Ökologie trotzdem gewahrt bleiben. Roger Schillig fehlen allerdings noch die klaren Aussagen der Wasserkraftwerke. Deshalb müssten unter dem Aspekt des Natur- und Landschaftsschutzes vom Regierungsrat klare Lippenbekenntnisse kommen. Erhalten werden müssten vor allem der Etzlibach, Fellibach und der Stierenbach, der von der Alp Surenen nach Engelberg fliesst.

Rege Aktivität bei den Fischern
Der Urner Fischereiverein ist keineswegs nur ein Verein, der Patente erteilt, um möglichst viele Fische aus den Gewässern zu holen. Er bemühte sich auch im vergangenen Jahr, verschiedene Kurse anzubieten und Fische auszusetzen, welche in der Brutanstalt Silenen gezüchtet wurden. Ohne die Hilfe zahlreicher Freiwilliger wäre dies gar nicht möglich gewesen. Der Verein bot einen Fliegebinde- Fliegenfischer- und Jungfischerkurs an. Besonders letzterer erfreut sich jährlich immer grösserer Beliebtheit. Sage und schreibe 56 Jungfischer nahmen am Einführungskurs in Silenen und am Praxiskurs auf dem Arni teil. Ob die eigene Verwertung des Fanges ausschlaggebend war beim grossen Erfolg konnte Roger Schillig nicht sagen. Der Dank ging aber ganz besonders an das EWA, das den See für diesen Tag zur Verfügung gestellt hatte.

Markus Gisler oberster Fischer Uris
Nach 8 jähriger Amtszeit gab Roger Schillig die oberste Fischerrute in andere Hände. Roger Schillig war seit 1997 im Vorstand und seit 2000 Präsident. Er erlebte grössere und kleinere Unwetter und hinterlässt einen Verein mit gesunden Finanzen. Zum Nachfolger wurde einstimmig der bisherige Vizepräsident Markus Gisler gewählt. Obwohl die Rechnung mit einem Minus von 585 Franken schloss, kann sich die Gesamtbilanz des Fischereivereins mit 225'743 Franken sehen lassen. Auch für 2009 erwartete der Kassier ad interim Beat Lussmann eine ausgeglichene Rechnung. Für den scheidenden Roger Schillig kam neu Andi Gisler in den Vorstand. Er wird die Kassenführung von Beat Lussmann übernehmen. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt, so Thomas Dossenbach (Vize), Karl Brunner (Aktuar), Walter Fedier, Markus Walker und Beppo Lussmann als Beisitzer.
Zwei neue Ehrenmitglieder

Mit dem scheidenden Präsidenten Roger Schillig und dem nimmermüden „Chrampfer“ in der Fischzuchtanstalt Silenen, Alois Zurfluh, erhielten zwei verdiente Mitglieder die Ehrenmitgliedschaft. Ebenso herzlich gedachte die Versammlung der guten Seele in Silenen, Vreni Senn. Sie konnte nicht zum Ehrenmitglied ernannt werden. Der Applaus war aber umso herzlicher. Wer würde sonst bei Veranstaltungen für den Schmuck und die gute Bedienung in der Fischzuchtanstalt sorgen? Stefan Fryberg dankte und gratulierte zum Schluss der Versammlung den Geehrten und meinte, dass er bezüglich Verbandsbeschwerderecht mit den Fischern gleicher Meinung sei. Die Fischereiverordnung müsse eine Vereinfachung erfahren. Das war sicher Balsam in den Ohren der Fischer und liess die Fische zum Abschluss besonders gut schmecken.



Die Geehrten und neugewählten Vorstandmitglieder. v.l. Andi Gisler, Vreni Senn, Roger Schillig, Markus Gisler, Alois Zurfluh