Ohne Sachkundenachweis – Kein Fischerpatent

Jungfischerkurs ¦ Neu in der Zivilschutzausbildungsanlage Krump in Erstfeld

83 angehende Fischerinnen und Fischer benutzen am 22. März die Gelegenheit, die in der Praxis benötigten Fertigkeiten unter kundiger Anleitung zu erlernen oder vertiefen.

Weil das Interesse am Jung- und Neufischerkurs, welcher vom Urner Fischereiverein und der kantonalen Fischereiverwaltung alljährlich im Frühling durchgeführt wird, stetig stieg, wurde das Platzangebot in der Fischzuchtanlage in Silenen schlicht zu klein. Mit der Zivilschutzausbildungsanlage Krump in Erstfeld konnte eine Anlage gefunden werden, welche praktisch alle Anforderungen erfüllte und auch genügend Raum für alle bot. Nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten, Markus Gisler, wurden die Kursteilnehmer/innen in vier Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hatte pro Posten eine Stunde Zeit zur Verfügung, um sich unter Anleitung der Instruktoren mit den verschiedenen Themen auseinanderzusetzen.

Umfangreiche Ausbildung
Am Posten Material- und Gerätekunde wurden die gebräuchlichsten Angel-Methoden und -Geräte, sowie die gebräuchlichsten Köder vorgestellt. Die zum Teil kniffligen Fischerknoten, wurden in der Theorie, aber auch in der Praxis demonstriert und ausgiebig geübt. Beim Fischen sind diverse gesetzliche Vorschriften zu beachten. Diese wurden anhand von Beispielen praxisnah erläutert und besprochen. Weitere Themen dieses Postens waren das korrekte ausfüllen der Fischfangstatistik, die Anatomie der Fische, sowie die Vorsichtsmassnahmen und das Verhalten am Wasser. Die Zusammensetzung der Nahrungskette wurde den Teilnehmenden mit einer umfangreichen Sammlung von präparierten Fischnährtieren sehr naturgetreu aufgezeigt. Hilfsmittel wie das Elektrofanggerät, welches beim Laichfischfang Verwendung findet, wurden ebenfalls gezeigt und erklärt. Dass die verschiedenen Fischarten spezifische Lebensräume besiedeln, war das Thema an einem weiteren Posten. Der Fisch als hochwertiges Lebensmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dementsprechend wichtig ist der korrekte Umgang damit. Die Kursteilnehmer lernten, wie ein gefangener Fisch tierschutzgerecht betäubt und durch einen fachmännisch ausgeführten Kiemenschnitt ausgeblutet werden muss. Den zukünftigen Fischern wurde wärmstens ans Herz gelegt, dass der so versorgte Fisch nicht in einem Plastiksack, sondern besser in einem feuchten Tuch aufbewahrt werden soll. Auch die weiteren Verarbeitungsmöglichkeiten, wie das filetieren, die verschiedenen Zubereitungsarten, das tiefgefrieren etc. wurden thematisiert. Ein Lehrfilm vertiefte das Wissen der angehenden Fischer über die Ethik der Fischerei und den tierschutzgerechte Umgang mit der Kreatur Fisch. Den praktischen Umgang mit Rute und Rolle erlernten die Teilnehmer am Posten „Wurftechnik“. Hier machten einige bereits Bekanntschaft mit Schnurperücken, Schnurbrüchen und anderen Widrigkeiten.

Erfolgskontrolle am Kursschluss
Zum Abschluss des Kurstages war dann die Prüfung an der Reihe, denn seit Herbst 2008 kann ohne Sachkunde-Nachweis kein Fischerpatent mehr gelöst werden, welches länger als einen Tag gültig ist. Um den Sachkunde-Nachweis Fischerei zu erlangen, musste hier jeder Teilnehmer 20 von 25 Fragen richtig beantworten. Jene, die sich entschlossen hatten, die Prüfung für den Sachkunde-Nachweis auf Stufe Fischerbrevet zu machen, hatten gar 55 von 70 Fragen richtig zu beantworten. Der Praxistag, der auch zum Neu- und Jungfischerkurses gehört, kann dank dem Entgegenkommen des EWA am 21. Juni 2014 wieder auf dem Arni durchgeführt werden.


Nachfolgend ein paar Schnappschüsse, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und korrekte Chronologie.
(Copyright Fotos: UFV)
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